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Lafontaine wartet mit Entscheidung über Zukunft

Machtkampf in der LinkenGroßansicht
Berlin (dpa) - Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine lässt sich nach der Krebsoperation Zeit für die Bekanntgabe seiner weiteren politischen Pläne. «Ich muss noch eine Reihe von Untersuchungen abwarten, ehe ich über meine weitere politische Zukunft entscheiden kann.»

Dies sagte Lafontaine der «Saarbrücker Zeitung» (Samstag). Linken-Fraktionschef Gregor Gysi forderte am Freitag, Lafontaine die nötige Zeit zu gewähren. «Der Druck muss aufhören», sagte er nach einem Treffen mit Lafontaine. Parteikreise rechnen laut «Süddeutscher Zeitung» frühestens Mitte Februar mit einer Entscheidung Lafontaines, ob er beim Parteitag im Mai erneut für das Spitzenamt kandidiert.

Gysi und Lafontaine waren am Donnerstagabend in Saarbrücken zu einem Gespräch zusammengekommen. Dabei ging es nicht nur um die beruflichen Pläne des Saarländers, der sich Ende 2009 einer Krebsoperation unterzogen hatte. Thema waren auch die zunehmenden Ost-West-Spannungen in der Partei. An der Klausurtagung der Linksfraktion im Bundestag an diesem Montag in Berlin nimmt Lafontaine nicht teil.

Im innerparteilichen Machtkampf hat nach Co-Parteichef Lothar Bisky auch der Thüringer Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow die Position des umstrittenen Bundesgeschäftsführers Dietmar Bartsch gestützt. Der «Berliner Zeitung» sagte Ramelow: «Wenn jetzt gefordert wird, Bartsch möge zurücktreten, dann ist das, als würde man mutwillig ein Rad von einem Wagen abschlagen.»

Die Linken-Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Baden- Württemberg hatten in Briefen an Gysi den Rücktritt von Bartsch gefordert. Auslöser der Streitigkeiten ist das gespannte Verhältnis zwischen Lafontaine und dem aus dem Osten stammenden Bartsch. Die ostdeutschen Landesverbände stützen Bartsch.

Ramelow sagte, er erwarte von Gysi, dass er die Briefe der West- Landesverbände zurückschickt. Gysi sei der falsche Adressat. «Die Bundestagsfraktion kann doch nicht der Ersatzort für innerparteiliche Auseinandersetzungen sein.»

Ramelow macht Unterschiede in der politischen Kultur der Linken in Ost und West als Ursache der Auseinandersetzung aus: Während die Linke im Osten eine Volkspartei sei, die gegebenenfalls Regierungsbeteiligung anstrebe, sei die Linke im Westen klar Opposition. Diese Unterschiede müsse die Partei aushalten.

Parteien / Linke
08.01.2010 · 17:35 Uhr
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