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Länder sagen mehr Hilfe für Pakistan zu

Hochwasser in PakistanGroßansicht

Islamabad (dpa) - Angesichts der wachsenden Not in Pakistan dringen die Vereinten Nationen auf eine schnelle Auszahlung der zugesagten Hilfsgelder. Bislang sind 252 Millionen der angeforderten knapp 460 Millionen Dollar Nothilfe eingegangen. Mehrere Länder sagten aber ein stärkeres Engagement zu.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Summe bei weitem nicht ausreichen wird, um die entstandene Not zu lindern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Donnerstag bei einer internationalen Geberkonferenz bei den Vereinten Nationen in New York eindringlich zur Hilfe für die Flutopfer aufgerufen. 15 bis 20 Millionen Menschen seien in Not, sagte er. «Pakistan ist mit einem Zeitlupen-Tsunami konfrontiert.»

«Zusagen sind Zusagen, bis das Geld überwiesen wird», sagte der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in Islamabad, Maurizio Giuliano, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. «Wir hoffen, dass diese Zusagen so schnell wie möglich erfüllt werden.»

Deutschland stockt seinen Beitrag von 15 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro auf. Auch die USA wollen zusätzliches Geld zur Verfügung stellen. Die Washingtoner Regierung richtete zudem einen Hilfsfonds ein, in den Amerikaner Spenden einzahlen sollen. Pakistan kündigte nach langem Zögern an, die vom Erzfeind Indien angebotene Fluthilfe anzunehmen.

Humanitäre Hilfe soll auch von der Nato kommen. Das Militärbündnis will am Sonntag vom deutschen Flugplatz Geilenkirchen aus mit einer Frachtmaschine Hilfsgüter nach Pakistan bringen. Das teilte die westliche Allianz am Freitag in Brüssel mit. Die Hilfsgüter seien von der Slowakei gespendet worden. Das Flugzeug werde Generatoren, Wasserpumpen und Zelte in das von einer Flutkatastrophe geplagte Land bringen. Die NATO komme damit einem Wunsch der pakistanischen Regierung nach.

Das Deutsche Rote Kreuz plant für kommenden Dienstag einen zweiten Hilfsflug: Dann sollen von Berlin aus eine Trinkwasser- Aufbereitungsanlage für 15 000 Menschen sowie Katastrophenhelfer nach Pakistan gebracht werden.

In den verheerenden Fluten sind nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde NDMA bislang 1497 Menschen ums Leben gekommen und 2054 verletzt worden. Fast eine Million Häuser wurden zerstört. Wenn die Welt nicht umgehend reagiere, drohten immer mehr der 3,5 Millionen Kinder unter anderem an Cholera und Durchfall zu erkranken berichtete ein Sprecher des Kinderhilfswerks Unicef.

Millionen Tiere wie Kühe, Schafe, Büffel und Hühner brauchten unter anderem dringend Futter, sagte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FA0) am Freitag in Rom. Millionen Tiere seien schon verendet. «Die Tiere sind für arme Leute zum finanziellen Überleben wichtig», so die FAO.

Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist allerdings noch nicht hoch. Laut Deutschland-Trend im ARD-«Morgenmagazin» sind 58 Prozent der 1000 Befragten dazu nicht bereit. Ihre Spendenmüdigkeit begründeten 40 Prozent damit, dass ihnen schlicht das Geld fehle. 29 Prozent der Spendenmuffel sagten, sie glaubten nicht, dass das Geld an der richtigen Stelle ankomme. Der Chemiekonzern BASF spendete nach Angaben vom Freitag 250 000 Euro für die Flutopfer.

Katastrophen / Pakistan
20.08.2010 · 18:51 Uhr
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