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Kurzporträts: Ehrungen für Russland und Japan

Grigori Dobrygin (l.) und Sergej Puskepalis (r.) mit dem Silbernen Bären für den Film
Berlin (dpa) - Die silbernen Bären für die besten Darsteller sind bei der 60. Berlinale an eine Japanerin und zwei Russen gegangen. Die japanische Schauspielerin Shinobu Terajima (37) errang die Auszeichnung für ihr eindringliches Spiel in dem Anti-Kriegsfilm «Caterpillar» («Raupe») von Regisseur Koji Wakamatsu.

Als beste männliche Darsteller wurden zu gleichen Teilen Grigoriy Dobrygin (24) und Sergej Puskepalis (43) für ihr Spiel in dem russischen Drama «How I ended this Summer» («Wie ich diesen Sommer zu Ende brachte») geehrt. Nachfolgend Kurzporträts der Preisträger:

- Shinobu Terajima beeindruckt mit ihrem eindringlichen Spiel in dem mit vielen expliziten Sex-Szenen provozierenden «Caterpillar» mit der differenzierten Interpretation einer Frau, die 1940 gezwungen wird, ihren ohne Arme und Beine aus dem Krieg heimgekehrten Mann zu pflegen. Die in ihrer Heimat sehr populäre Schauspielerin stammt aus einer Familie, deren Männer seit Generationen dem traditionellen Kabuki-Theater verpflichtet sind. Da Frauen beim Kabuki nicht zugelassen werden, arbeitete die Tochter der in Japan bekannten Schauspielerin Junko Fuji und des hoch verehrten Kabuki-Stars Kikugoro Onoe zunächst überwiegend auf Bühnen, die einen eher europäischen Stil pflegen.

2003 gab Shinobu Terajima ihr Filmdebüt und gilt seitdem als eine der ausdrucksstärksten und wandlungsfähigsten japanischen Schauspielerinnen ihrer Generation. Sie ist seit 2007 mit dem französischen Werbefachmann Lorand Ghnassia verheiratet. In Japan löste sie damit eine heftige Devbatte aus, denn Frauen aus einer Kabuki-Familie heiraten in der Regel keinen Ausländer.

In Berlin präsentierte die sympathische Schauspielerin nicht nur ihren Film, sondern ging auch viel ins Kino. Dazu sagte sie: «Ich finde es wichtig, mir die Arbeiten aus anderen Kulturen, aus Europa oder aus Lateinamerika zum Beispiel, anzusehen. Wir Japaner hoffen immer, dass uns das Ausland versteht. Also müssen auch wir versuchen, das Ausland zu verstehen. Filme helfen dabei ungemein.»

- Grigoriy Dobrygin und Sergej Puskepalis verkörpern in dem russischen Drama «How I ended this Summer» zwei Männer, die auf einer einsamen Insel in der Arktis eine Wetterstation betreuen und im eisigen Sommer existenziell aneinandergeraten.

Für Grigoriy Dobrygin, der noch an der Schauspielakademie in Moskau studiert, war das dicht inszenierte Kammerspiel von Regisseur Alexei Popogrebsky erst der zweite Film. Er sagte dazu: «Dies war eine große Herausforderung für mich, denn wir haben die Geschichte ja mehr durchlebt als gespielt.» Sein Schauspielpartner Sergej Puskepalis ergänzte: «Es war wirklich eine sehr besondere Erfahrung, geradezu familiär. Diese Arbeit hat mich zum Nachdenken über mich selbst gebracht, wie keine andere Aufgabe zuvor.»

Film / Festivals / Berlinale
20.02.2010 · 21:53 Uhr
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