News
 

Kurzporträts: Die neue CDU-Spitze

CDU-ParteitagGroßansicht

Karlsruhe (dpa) - Die CDU hat eine neue Spitze gewählt. Neu im engeren Führungsteam um Parteichefin Angela Merkel sind Ursula von der Leyen, Norbert Röttgen und Volker Bouffier, die für Christian Wulff, Jürgen Rüttgers und Roland Koch kommen. Annette Schavan bleibt CDU-Vize.

ANGELA MERKEL (56): Sie steht seit April 2000 an der Spitze der CDU. Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin - als erste Frau in der deutschen Geschichte. Weltweit, vor allem aber in der Europäischen Union, gilt sie als durchsetzungsstarke Politikerin. In der Partei hält sie Konkurrenten auf Abstand. Entweder haben sie wie Roland Koch der Politik den Rücken gekehrt oder sind wie Christian Wulff als Bundespräsident in Ämter aufgestiegen, in denen sie Merkel kaum noch gefährlich werden können. 1991 hatte Kanzler Helmut Kohl die promovierte Physikerin als Frauenministerin in sein Kabinett geholt. 1999 brach Merkel in der Spendenaffäre mit dem Übervater der CDU. Kritik an der Kanzlerin gibt es wegen des schlechten Starts der schwarz-gelben Bundesregierung. Zudem wird ihr vorgehalten, sie vernachlässige den konservativen Flügel der Partei.

URSULA VON DER LEYEN (52): Die Bundesarbeitsministerin folgt Christian Wulff als CDU-Bundesvize. Wulffs Nachfolger, Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (39), lässt ihr den Vortritt. Von der Leyen hat als Familienministerin den Reformkurs Merkels mit durchgesetzt. Ihre zentralen Projekte waren das Elterngeld und der Ausbau der Kinderkrippen. Die zierliche Mutter von sieben Kindern gilt als ausdauernde und zähe Kämpferin. Die promovierte Ärztin machte in der Politik eine Blitzkarriere: Nach einem Ausflug in die Kommunalpolitik wurde sie 2003 niedersächsische Sozialministerin unter Wulff. 2005 holte Merkel sie ins Kabinett. In diesem Jahr war von der Leyen auch kurz als neue Bundespräsidentin im Gespräch - dann wurde es Wulff.

NORBERT RÖTTGEN (45): Der Bundesumweltminister steht unter Beschuss, weil die Koalition die Atom-Laufzeiten verlängert hat - um bis zu 14 Jahre. Röttgen wollte ursprünglich weniger. Der Jurist verteidigt die Atombeschlüsse aber vehement und nennt seine Kritiker «energiepolitische Blindgänger». Als neuer CDU-Chef in Nordrhein- Westfalen ist er politisch gestärkt. Die Basis wählte ihn, und Röttgens Credo ist, die Basis mehr einzubinden. Als junger Bundestagsabgeordneter gehörte er in Bonn zur «Pizza-Connection» schwarzer und grüner Nachwuchspolitiker. Der Atomstreit hat aber neue Gräben zwischen beiden Parteien aufgerissen. 2006 wollte Röttgen Lobbyist beim Industrieverband BDI werden und Abgeordneter bleiben, gab den Plan aber nach Kritik auf.

VOLKER BOUFFIER (58): Der Nachfolger von Roland Koch als hessischer Ministerpräsident nimmt auch dessen Platz als CDU-Vize ein. Bouffier hat sich vor allem als innenpolitischer Hardliner profiliert. Er war unter Koch zum dienstältesten Innenminister Deutschlands geworden. Der verheiratete Familienvater ist ein langjähriger Wegbegleiter Kochs. Beide sind Juristen, beide zählen zum konservativen Flügel. Bouffier ist in der engeren CDU-Spitze der einzige Vertreter des konservativen Flügels - und der einzige, der aus den Ländern kommt. Jüngst hatte er für Aufsehen gesorgt, weil er sich als erster Regierungschef im Süden offen zeigte für eine neue Endlager-Suche, falls der Salzstock im niedersächsischen Gorleben ungeeignet ist.

ANNETTE SCHAVAN (55): Die Bildungs- und Forschungsministerin ist eine Vertraute von Merkel. Im Kabinett ist die Rheinländerin eine eher stille Vertreterin. Sie startete als Seiteneinsteigerin in Baden-Württemberg eine steile politische Karriere. Zehn Jahre war sie dort Kultusministerin und setzte Reformen wie die Einführung des achtjährigen Gymnasiums um. Umstritten war ihre Entscheidung, einer Muslimin die Aufnahme in den Schuldienst zu verwehren, die nicht ohne Kopftuch unterrichten wollte. Sie ist bereits seit 1998 stellvertretende CDU-Chefin. Ein grundsätzliches Dilemma der Bildungsministerin ist: Die Länder sind zwar selbst für Schulen und Universitäten zuständig, dennoch wird Schavan in der öffentlichen Wahrnehmung die Verantwortung für diesen Bereich zugeschrieben.

Parteien / CDU / Parteitag
15.11.2010 · 22:33 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
17.01.2017(Heute)
16.01.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen