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Kulturstaatsminister Neumann fordert mehr Druck auf China wegen Festnahme Ai Weiweis

Berlin/Peking (dts) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) will wegen der Inhaftierung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei den Druck auf Chinas Regierung erhöhen. Neumann schreibt in einem Gastkommentar für "Bild am Sonntag": "Die chinesische Regierung bleibt dringend aufgefordert, Ai Weiwei umgehend freizulassen. Wir müssen uns hier weiter intensiv einmischen, denn die Inhaftierung darf als Akt diktatorischer Willkür keinen Bestand haben. Öffentlicher und internationaler Druck kann hier helfen."

Kritik an den Protesten gegen Ai Weiweis Festnahme trat Neumann entschieden entgegen: "Es ist völlig inakzeptabel, die Inhaftierung des Künstlers als singulären Fall anzusehen und die Notwendigkeit einer öffentlichen Auseinandersetzung zu relativieren. Im Gegenteil - wir müssen eindeutig und mit Nachdruck Flagge zeigen für Demokratie und Rechtstaatlichkeit." Forderungen nach einem vorzeitigen Ende der zur Zeit in Peking stattfindenden deutschen Ausstellung "Die Kunst der Ausstellung" erteilte der Kulturstaatsminister eine Absage: "Die Festnahme von Ai Weiwei lässt tief hinter die Maske des chinesischen Systems blicken und konterkariert die Botschaft und den Geist der zur Zeit in Peking laufenden deutschen Ausstellung zur ‚Kunst der Aufklärung‘. Gerade sie steht für Toleranz und Freiheit. Es hilft in dieser Situation nicht, diese Ausstellung und die damit verbundene kulturelle Kommunikation jetzt zu beenden." Neumann weiter: "Das Begleitprogramm zu dieser Ausstellung muss nun aber unbedingt als Plattform dafür genutzt werden, sich für die Freiheit der Kunst und der Presse in China zu engagieren und staatliche Übergriffe in aller Deutlichkeit zu missbilligen."
DEU / China / Justiz / Proteste
09.04.2011 · 08:51 Uhr
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