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Kuba stellt sich auf Massenarbeitslosigkeit ein

In einem vom Staat betriebenen Laden arbeiten Uhrmacher in Havanna.Großansicht

Havanna (dpa) - Die kubanische Regierung will arbeitslosen Staatsbediensteten finanziell unter die Arme greifen. Den 500 000 Kubanern, die zu Beginn des kommenden Jahres ihren Arbeitsplatz in den Staatsbetrieben verlieren, soll ein Überbrückungsgeld von bis zu sechs Monaten gezahlt werden.

Wie die Zeitung der alleinregierenden Kommunistischen Partei, «Granma», am Mittwoch berichtete, sollen die Arbeitslosen im ersten Monat 100 Prozent des früheren Monatsgehaltes erhalten. Danach, während der Suche nach einer neuen Beschäftigung in der Privatwirtschaft, verringere sich die monatliche Summe. Der durchschnittliche Monatsverdienst in Kuba liegt derzeit bei umgerechnet 15 Euro.

Sollte ein Arbeiter auch nach sechs Monaten keinen Job gefunden haben, kann er den Angaben des Blattes zufolge ausnahmsweise einen «zeitlich begrenzten wirtschaftlichen Schutz» beantragen. Dieser soll nach den Bedürfnissen und Einnahmen der betreffenden Familie berechnet werden.

Im Sommer dieses Jahres hatte Präsident Raúl Castro angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Probleme angekündigt, überzählige Angestellte aus den Staatsbetrieben entlassen zu müssen. Sie sollen in der entstehenden Privatwirtschaft ihr Auskommen finden. Castro selbst hatte bei einer früheren Gelegenheit von mehr als einer Million Arbeitern und Angestellten gesprochen.

Reformen / Kuba
28.10.2010 · 07:08 Uhr
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