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Kuba feiert Castro-Geburtstag mit Musik und Poesie

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Havanna (dpa) - Mit vielen Veranstaltungen im ganzen Land hat Kuba den 84. Geburtstag von Revolutionsführer Fidel Castro begangen. Wie in jedem Jahr traten zwischen Havanna im Westen und Santiago im Osten der über 1000 Kilometer langen Insel rund 200 Kinderchöre auf.

Es wurden Buchlesungen und Kinderfeste veranstaltet. Für diesen Samstag ist ein Konzert auf der Freitreppe der Universität von Havanna geplant, in der Castro Jura studierte. Die «Künstlertage für Fidel und den Frieden» mit Konzerten und Lesungen hatten schon am Donnerstag begonnen.

Es wird aber nicht damit gerechnet, dass Fidel Castro am Freitag erneut öffentlich in Erscheinung treten würde. Stattdessen erschien in den staatlichen Medien ein weiterer Kommentar aus seiner Feder, in dem er sich erneut internationalen Fragen widmete. Dieses Mal ging es um den linken mexikanischen Politiker Andrés Manuel López Obrador, der bei der kommenden Präsidentenwahl 2012 erneut um die Macht kämpfen will.

Zu innenpolitischen Fragen Kubas hat sich Castro seit langem nicht mehr geäußert. Sein Hauptanliegen ist seit geraumer Zeit, vor einem angeblich drohenden Atomkrieg im Nahen Osten zu warnen, den nur der amerikanische Präsident Barack Obama verhindern könne.

Fidel Castro wurde laut offiziellen kubanischen Angaben am 13. August 1926 geboren. Nachdem er den Diktator Fulgencio Batista 1959 gestürzt hatte, beherrschte er die Insel 47 Jahre lang. Kurz vor den zum 80. Geburtstag 2006 geplanten Feiern erkrankte er schwer und gab die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl ab. 2008 wurde dieser mit der Neuwahl des Staatsrates auch formell Staats- und Regierungschef.

Vier Jahre lang trat Fidel nicht in der Öffentlichkeit auf, weil er zu krank war. Doch mittlerweile ist er nach eigenen Worten «vollkommen genesen». Seit Anfang Juli zeigte er sich bei zahlreichen Gelegenheiten in der Öffentlichkeit. Er besuchte das kubanische Außenministerium, um vor den Botschaftern zu sprechen, ein Wirtschaftsinstitut und eine Delfinshow im Aquarium. Außerdem sprach er vor der Nationalversammlung, die seine Rückkehr auf die politische Bühne frenetisch feierte.

Anfang August stellte er den ersten Band seiner Memoiren vor, in dem es um die kubanische Revolution geht, deren Anführer er sein ganzes Leben gewesen ist. Das erste Exemplar schenkte er dem chinesischen Außenminister Yang Jeichi bei dessen Besuch in Havanna.

Zuletzt empfing der «Maximo Lider» am Donnerstag die kolumbianische Senatorin Piedad Córdoba, wie das kubanische Fernsehen berichtete. Die Linkspolitikerin hat sich einen Ruf als Vermittlerin im bewaffneten Konflikt zwischen Regierung und Guerilla in dem südamerikanischen Land erworben.

Castro selbst hatte sich vor wenigen Tagen indirekt in den Konflikt zwischen Kolumbien und das mit Kuba verbündete Venezuela eingeschaltet. Er sagte venezolanischen Journalisten: «Es ist der Augenblick gekommen, an dem weder die Imperien, noch die Revolutionäre ihre Ziele mit Waffen erreichen können.» Venezuelas Präsident Hugo Chávez, der zuvor noch von einer Kriegsgefahr gesprochen hatte, und der neue kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos, verständigten sich am Dienstag darauf, miteinander zu verhandeln und nahmen die diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Regierung / Castro / Kuba
13.08.2010 · 17:36 Uhr
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