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Krisenfonds erwartet keine große Nachfrage von Banken

Brüssel/Luxemburg (dpa) - Bei der geplanten Stützung europäischer Banken erwartet der Euro-Krisenfonds EFSF keine starke Nachfrage seiner Gelder. «Die Beträge, die benötigt werden, könnten tatsächlich ziemlich begrenzt sein», sagte der Finanzchef des EFSF, Christophe Frankel, am Freitag in Brüssel.

Der Rettungsfonds werde nur als allerletzter Geldgeber einspringen. Zunächst müssten die Geldhäuser versuchen, sich selbst Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen. In einem zweiten Schritt müssten die nationalen Regierungen den Instituten mit Finanzspritzen helfen.

Frankel verwies zudem darauf, dass die kriselnden Länder Portugal, Irland und Griechenland in ihren Nothilfeprogrammen bereits Gelder für die Stützung der Banken erhalten. Der EFSF wurde im Mai 2010 von den Euro-Ländern ins Leben gerufen und soll Euro-Staaten vor der Pleite retten. Nach der Reform erhält der Krisenfonds mehr Handlungsmöglichkeiten. So darf er unter anderem über Kredite an Euro-Länder diesen dabei helfen, die Banken mit mehr Kapital auszustatten. Der EFSF kann 440 Milliarden Euro Notkredite verleihen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte vor wenigen Tagen gefordert, die Banken müssten ihre «Schutzwälle» verstärken und ihr Eigenkapital aufstocken - und notfalls den Staat ins Haus lassen. In Europa geht die Angst um, eine mögliche Pleite Griechenlands könnte Banken in den Abgrund reißen, die milliardenschwere griechische Anleihen in ihren Büchern haben. Ohnehin müssen die Institute wegen der Schuldenkrise Abschreibungen auf Staatspapiere auch aus Portugal und Irland vornehmen.

Nachdem mit der Zustimmung in der Slowakei nun alle 17 Euro-Länder die Ausweitung beschlossen haben, müssen die Finanzminister noch die technischen Details umsetzen. «Wir erwarten, dass die Leitlinien bald verabschiedet werden», sagte Frankel. «Der EFSF ist einsatzbereit und steht bereit, um alle Aufgaben, die ihm zugewiesen sind, auszuführen.»

EU / Finanzen
14.10.2011 · 22:52 Uhr
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