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Krise drückt CO2-Ausstoß

Rauch steigt aus Schornsteinen einer Chemiefabrik. Dank der Weltwirtschaftskrise ist der CO2-Ausstoß gesunken.Großansicht
Bangkok (dpa) - Die weltweite Wirtschaftskrise drückt den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in diesem Jahr um drei Prozent - ein Rückgang, wie ihn die Welt seit 40 Jahren nicht gesehen hat.

Das geht aus einer Studie hervor, aus der die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Bangkok Auszüge veröffentlichte. Damit sei es einfacher, ehrgeizige Klimaschutzziele zu erreichen, sagte IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka. Hilfsorganisationen bezeichneten die jüngsten Unwetterkatastrophen als Mahnung an Regierungen, einen neuen Weltklimavertrag zu unterzeichnen, der die globale Erwärmung in Grenzen hält. In Bangkok verhandeln bis Freitag 1500 Beamte über den Vertrag, der im Dezember in Kopenhagen verabschiedet werden soll.

Der Wirtschaftseinbruch könne dazu beitragen, die Erwärmung wie von den Klimaexperten verlangt unter zwei Prozent zu halten, rechnete die IEA aus - vorausgesetzt, es wird auch massiv in umweltfreundliche Energiequellen investiert. Die Krise sorge dafür, dass der CO2- Ausstoß 2020 fünf Prozent niedriger liegt als bislang erwartet, unter anderem, weil Investitionen, die zusätzliche Emissionen verursacht hätten, aufgeschoben worden sind, heißt es darin. Zusätzlich seien aber zwischen 2010 und 2030 rund zehn Billionen Dollar Investitionen nötig, sagte Tanaka. Die reichen Länder müssten den Entwicklungsländern bei der Finanzierung helfen, forderte er.

Die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel ist einer der Knackpunkte im Vorfeld des neuen Weltklimavertrags. Die Entwicklungsländer drohen, den Vertrag zu blockieren, wenn von den reichen Ländern keine verlässlichen Finanzzusagen vorliegen. Ein Durchbruch wird erst in Kopenhagen erwartet.

Die Hilfsorganisation World Vision verwies in Bangkok auf die jüngsten Wetterkatastrophen auf den Philippinen, in Vietnam, Kambodscha und Laos durch Taifune und jüngst in Indien. Hunderte Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende wurden obdachlos. «Die vergangene Woche hat gezeigt, wie gefährdet die arme Bevölkerung ist, die die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommt», meinte Richard Rumsey. Es gebe immer mehr verheerende Unwetter, meinte Madeleen Helmer, Vertreterin der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. «Die Zahl der Wetterkatastrophen ist von 1990 bis 2000 von 200 im Jahr auf 350 im Jahr gestiegen», meinte sie.

Energie / Umwelt / IEA / OECD
06.10.2009 · 14:27 Uhr
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