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Krieg der Worte zwischen Israel und dem Iran

Israels Staatspräsident Peres hält den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag «einen der bösartigsten und schlimmsten Menschen der Gegenwart».Großansicht
Tel Aviv/Teheran/Berlin (dpa) - Der verbale Schlagabtausch zwischen Israel und dem Iran hat unmittelbar vor Beginn der UN-Vollversammlung in New York an Härte zugenommen.

Israels Staatspräsident Schimon Peres nannte den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag «einen der bösartigsten und schlimmsten Menschen der Gegenwart». Ahmadinedschad hatte zuvor gesagt, sein Land werde hart reagieren, sollte Israel die iranischen Atomanlagen angreifen. «Das Land wird entschieden sein Territorium und seine Rechte verteidigen», sagte er bei einer Militärparade zum Jahrestag des Beginns des iranisch-irakischen Krieges (1980-1988).

Deutschland bereitet eine harte Reaktion auf mögliche antisemitische Äußerungen Ahmadinedschads bei seiner geplanten Rede vor der UN-Vollversammlung an diesem Donnerstag. Sollte der iranische Präsident erneut den Holocaust leugnen oder sich antisemitisch äußern, wollen die deutschen Diplomaten den Saal verlassen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte am Dienstagabend in Berlin einen Bericht des «Handelsblatts» (Mittwoch). «Wir bemühen uns um eine einheitliche Linie in der EU», ergänzte der Sprecher.

Zuvor hatte Ahmadinedschad mit Blick auf Israel gesagt, «Teufelsanbeter und Kriminelle» hätten den Nahen Osten «verschmutzt». Die politische und militärische Stärke des Iran erlaube es «diesen Elementen» nicht einmal, an eine militärische Option zu denken.

Ahmadinedschad reagierte auf eine Äußerung des stellvertretenden israelischen Außenministers Danny Ajalon, der die seit Jahren übliche Floskel wiederholte, wonach im Hinblick auf das iranische Atomprogramm «alle Optionen auf dem Tisch liegen». Diese diplomatische Formel bedeutet, dass ein Militärschlag seines Landes gegen die umstrittenen Atomanlagen des Erzfeindes nicht ausgeschlossen ist. Auch der israelische Generalstabschef Gabi Aschkenasi sagte dem Armeesender: «Wir sind uns alle einig, dass der beste Weg internationale Sanktionen sind. Ich hoffe, der Iran wird dies verstehen. Ich denke, wenn nicht, hat Israel das Recht, sich zu verteidigen und alle Optionen sind offen.»

Zuvor hatte Russlands Präsident Dmitri Medwedew im US-Sender CNN erklärt, Peres habe ihm versichert, Israel habe keine Pläne für einen Angriff gegen den Iran. Der israelische Präsident habe ihm gesagt: «Israel plant keinerlei Angriffe auf den Iran. Wir sind ein friedfertiges Land und werden dies nicht tun.» Laut Medwedew wäre eine militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und dem Iran «das Schlimmste, was man sich vorstellen kann.» Russland will den Iran beim Bau von Atomanlagen unterstützen, sofern die Islamische Republik bereit ist, mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zusammenzuarbeiten.

Israel bemüht sich, einen Boykott der Rede Ahmadinedschads vor der UN-Generalversammlung zu organisieren. Israel habe sich in den vergangenen Tagen an die Außenministerien mehrerer Länder mit der Bitte gewandt, dass deren höchste Vertreter die Tagungshalle während der Rede Ahmadinedschads am kommenden Donnerstag in New York verlassen, sagte die israelische UN-Botschafterin Gabriela Schalev am Dienstag dem israelischen Rundfunk. Danach werden Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Außenminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak auf alle Fälle den Raum verlassen.

Ahmadinedschad hatte mit seiner jüngsten Äußerung, der Holocaust sei «eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit benutzt wird», für große Empörung in Israel und weltweit gesorgt.

Israels Ministerpräsident Netanjahu will nach Angaben hochrangiger Mitarbeiter am Donnerstag «eine dramatische Rede» halten und sich dabei auf den Iran konzentrieren. Netanjahu will seit Amtsantritt Ende März die Welt davon überzeugen, dass ein Stopp des iranischen Atomprogramms höhere Priorität habe als die Nahost-Friedensverhandlungen mit den Palästinensern.

Konflikte / Nahost / Iran / Israel
23.09.2009 · 12:21 Uhr
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