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Krawalle nach Protesten zum G20-Gipfel

G8-Gipfel und G20-GipfelGroßansicht
Toronto (dpa) - Nach friedlichen Demonstrationen gegen den G20- Gipfel ist es am Samstag in Toronto zu Ausschreitungen gekommen. Schätzungsweise 100 militante Demonstranten zündeten Polizeiwagen an und warfen Schaufenster mit Steinen ein. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken vor.

Mehr als 100 Demonstranten wurden festgenommen. Auch am Abend kam es immer wieder zu Zwischenfällen.

Gewalttätige Demonstranten warfen Steine und Flaschen auf Polizisten, die das Tagungszentrum der Staats- und Regierungschefs weiträumig abgeriegelt hatten. 12 000 Sicherheitskräfte waren in Kanadas größter Wirtschaftsmetropole im Einsatz.

«Wir haben noch nie ein solches Maß an willkürlicher Kriminalität und wahlloser Gewalt auf unseren Straßen gesehen», sagte Polizeichef William Blair, der von einem «sehr schwierigen Tag» sprach. «Ich denke, es kam als Schock für jeden Bürger.» Auch das Büro von Ministerpräsident Stephen Harper verurteilte die Ausschreitungen. Wegen der Krawalle konnte der Autokonvoi von Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapateros nicht zu seinem Hotel fahren. Er musste in einem anderen Hotel einquartiert werden.    

Die Proteste verliefen zunächst überwiegend friedlich. Ein langer Demonstrationszug bewegte sich vom Provinzparlament im Queenspark durch die Innenstadt. Unter ihnen waren Globalisierungsgegner, Umweltschützer, Gewerkschafter und Frauengruppen. «Widersetzt euch dem Krieg gegen die Armen, lasst die Reichen bezahlen», lautete ein Slogan. Auch beteiligten sich verschiedene Gruppen von in Kanada lebenden Exilanten, die gegen Menschenrechtsverletzungen oder andere Ungerechtigkeiten in ihren jeweiligen Heimatländern protestierten.

Militante trennten sich von dem Umzug, um Randale zu machen, wie Augenzeugen berichteten. Sie schlugen Schaufensterscheiben insbesondere von bekannten internationalen Ladenketten ein. Ein Schild mit der Aufschrift «Kein Kapitalismus» wurde zwischen die Scherben im Eingang eines «Starbucks»-Cafés gestellt. Mehrere Polizeiwagen gingen in Flammen auf. Auch wurden Privatautos demoliert. Am Abend räumte die Polizei auch den Queenspark, wo nach der Demonstration noch rund 500 Teilnehmer ausgeharrt hatten.

Zu den G20 gehören die stärksten Volkswirtschaften der Erde. In den vergangenen Jahren war es meist bei den Gipfeltreffen der kleineren G8-Staatengruppe zu teilweise heftigen Ausschreitungen gekommen. Um das Konferenzzentrum der Staats- und Regierungschefs in Toronto war ein drei Meter hoher Zaun gezogen. Geschäfte und Restaurants in der Innenstadt von Toronto vernagelten ihre Schaufenster und Fassaden mit Holzplatten.

Die Polizei hat Sondervollmachten, Demonstranten am Zaun um das Tagungszentrum festzunehmen. Jeder, der sich mehr als fünf Meter nähert und sich einer Personenkontrolle oder Durchsuchung widersetzt, kann festgenommen werden. Aktionsgruppen, die von den vorher nicht veröffentlichten Vollmachten überrascht wurden, übten scharfe Kritik.

Ein altes Filmstudio wurde als vorübergehendes Gefängnis für Demonstranten umgebaut. Der Sicherheitseinsatz kostet allein 930 Millionen Kanada-Dollar, umgerechnet 729 Millionen Euro.

G8 / G20 / Gipfel / Demonstrationen
27.06.2010 · 09:56 Uhr
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