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Krawalle in Dortmund bei Aktionen gegen Neonazis

Polizisten tragen in Dortmund eine Teilnehmerin einer Sitzblockade gegen den Aufmarsch rechtsextremer Demonstranten weg.Großansicht

Dortmund (dpa) - Gewalt von Linksextremisten hat in Dortmund einen Neonazi-Aufmarsch begleitet. 1500 Autonome der linken Szene aus ganz Deutschland hatten nach Polizeiangaben am Samstag versucht, Sperren zu durchbrechen, die die Beamten zwischen 750 Neonazis und Gegendemonstranten errichtet hatten.

Es gab mehrere Verletzte. Der Aufmarsch der Rechten in Dortmund zählt zu den bundesweit größten jedes Jahr. An den Gegendemonstrationen beteiligten sich etwa 10 000 Menschen, darunter zahlreiche Politiker. Rund 4000 Polizisten waren im Einsatz.

Die Beamten wurden von Linksextremisten mit Pfefferspray, Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Ein Polizist wurde den Angaben zufolge schwer verletzt, mehrere leicht. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Randalierer vor und setzte auch einen Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, um Neonazis und Gegendemonstranten voneinander trennen. Insgesamt wurden über 270 Demonstranten festgenommen, darunter ein Drittel Jugendliche und auch ein gesuchter Neonazi. Verletzt wurden nach Angaben der Polizei auch 16 Demonstranten.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) verurteilte die Gewalt der Demonstranten gegen die Polizei. Die Beamten schützten das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit, erklärte er. Gewalt sei kein zulässiges Mittel der politischen Auseinandersetzung.

Die rund 750 Rechtsextremen - angekündigt waren mindestens 1000 aus Deutschland und europäischen Nachbarstaaten - zogen am Nachmittag durch die Dortmunder Nordstadt. Sie ist durch einen hohen Ausländeranteil geprägt. Der Aufmarsch blieb ohne besondere Vorkommnisse.

Die Rechtsextremen, aufgerufen durch die gewaltbereite Gruppierung Autonome Nationalisten, kommen seit sieben Jahren in Dortmund am «Internationalen Antikriegstag» zusammen, zu dem sonst eher linke Organisationen aufrufen. Die Neonazis sprechen vom «Nationalen Antikriegstag». Am 1. September 1939 hatte das nationalsozialistische Deutschland Polen angegriffen und den Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Landes-Integrationsminister Guntram Scheider (SPD) nannte es pervers, wenn die Enkel derer, die den Krieg ausgelöst hätten, den Tag zum «Nationalen Antikriegstag» erheben.

Rund 200 Menschen protestierten nach Polizeiangaben am Samstag in Leinefelde (Thüringen) friedlich gegen eine Veranstaltung der rechtsextremen NPD. Mit Plakaten und Transparenten forderten sie, im Eichsfeld keinen Platz für Nazis zu lassen. Zu dem Protest hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Vereinen und Initiativen aufgerufen. Die Veranstalter sprachen von rund 300 Teilnehmern, darunter Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordnete. Die NPD hatte zu ihrem «Eichsfelder Heimattag» rund 700 Anhänger erwartet, laut Polizei fanden sich bis zum Nachmittag aber nur etwa 100 ein.

Extremismus / Demonstrationen
03.09.2011 · 21:31 Uhr
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