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Krankenkassenbeitrag 2018: Keine Mehrbelastung für Kassenpatienten

Gesetzliche Krankenkassen: Beitrag soll 2018 nicht weiter steigenGroßansicht

Werden die Krankenkassenbeiträge 2018 steigen? Nein, meint die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands Doris Pfeiffer. Sie erwartet, dass sich der Beitrag, den gesetzlich Versicherte im Schnitt für ihre Krankenkasse zahlen, nicht erhöhen wird. Gleichwohl könnten einige Kassen ihren Beitragssatz anpassen. Derzeit zahlen bereits 30 Prozent der Mitglieder mehr als der Durchschnitt.

  • Der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag wird im kommenden Jahr voraussichtlich stabil bleiben.
  • Gründe hierfür sind eine gute Beschäftigungslage und ein neuer Mitgliederrekord.
  • Einzelne Krankenkassen könnten dennoch ihren Beitrag anpassen, sodass für Versicherte ein genauer Preis-Leistungs-Vergleich wichtig bleibt.

Die meisten Kassenpatienten können für das kommende Jahr wohl mit einem stabilen Krankenkassenbeitrag rechnen. Der GKV-Spitzenverband erwartet nicht, dass sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2018 erhöhen wird. Dieser liegt derzeit bei 1,1 Prozent. Der Beitrag für die Krankenkasse beläuft sich somit im Schnitt auf 15,7 Prozent, wovon Arbeitgeber 7,3 Prozent übernehmen.

Der GKV-Verband schließt allerdings nicht aus, dass einzelne Kassen dennoch an der Beitragsschraube drehen könnten. Zuletzt haben sowohl KKH und Schwenninger Krankenkasse als auch IKK Südwest sowie Securvita ihren Zusatzbeitrag erhöht. Etwa jedes dritte Kassenmitglied zahlt schon jetzt überdurchschnittlich viel für seinen Krankenversicherungsschutz.

Krankenkassenbeitrag 2018: Kassen profitieren von fast 800.000 neuen Versicherten

Es gibt verschiedene Gründe, warum der Krankenkassenbeitrag 2018 wohl stabil bleibt. Dazu zählen die gute Beschäftigungslage in Deutschland und die Finanzspritze von 1,5 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds. Zudem haben die Krankenkassen viele neue Mitglieder gewonnen, die eher jünger sowie gesünder als andere Kassenpatienten sind. Laut Pfeiffer sind unter den neuen Versicherten beispielsweise junge Leute aus Spanien oder Griechenland, die zum Arbeiten in die Bundesrepublik gekommen sind, und ehemalige Privatversicherte. Die neuen Kassenpatienten verursachen "deutlich geringere Ausgaben als die Bestandsversicherten gleichen Alters", da sie weniger Leistungen in Anspruch nehmen würden, so die Chefin des Krankenkassenverbands.

Experten warnen vor steigendem Krankenkassenbeitrag

Trotz der guten Aussichten für gesetzlich Krankenversicherte sollten sie genau darauf achten, wie sich ihr Krankenkassenbeitrag entwickelt. Derzeit verlangen die Kassen zwischen 14,9 Prozent und 16,4 Prozent. Eine günstigere Absicherung als bisher ist daher für viele Mitglieder möglich. Darüber hinaus gehen viele Experten davon aus, dass der Krankenkassenbeitrag langfristig steigen wird. Ursache hierfür sind die vielen Reformen, die Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf den Weg gebracht hat. Sie werden Schätzungen zufolge bis 2020 rund 40 Milliarden Euro kosten.

Gesetzliche Krankenversicherung
[finanzen.de] · 16.07.2017 · 09:20 Uhr
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