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Krankenkasse "Vereinigte IKK" will offenbar Zusatzbeitrag erheben

Düsseldorf (dts) - Die mehr als eine Million Mitglieder der finanziell angeschlagenen Krankenkasse "Vereinigte IKK" müssen sich auf einen Zusatzbeitrag gefasst machen. "Wenn es keine finanzielle Hilfe gibt, dann ist ein Zusatzbeitrag unvermeidlich", sagte der SPD-Politiker Klaus Brandner dem Nachrichtenportal "Welt online". Brandner ist Mitglied im Verwaltungsrat der Kasse.

Das Gremium kommt am Freitag zusammen, um über die Sanierung der Kasse zu beraten. Die "Vereinigte IKK" ist mit 1,1 Millionen Mitgliedern und 1,7 Millionen Versicherten die Nummer 14 unter den gesetzlichen Krankenkassen. Nach Informationen von "Welt online" aus Kassenkreisen wird aber auch eine mögliche Hilfe anderer Kassen den Zusatzbeitrag nicht mehr abwenden können. "Der Zusatzbeitrag kommt, es geht jetzt nur noch um die Höhe", heißt es. Eine Sprecherin der "Vereinigten IKK" widersprach dieser Darstellung nicht. Der Verwaltungsrat werde auf seiner Sitzung "verschiedene strategische Optionen zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit" diskutieren, teilte sie schriftlich mit. Ein Sprecher des Bundesversicherungsamts sagte, die "Vereinigte IKK" habe keine drohende Insolvenz angezeigt. Dies hätten zurzeit nur zwei Kassen getan. Eine sei die City BKK. Der andere Fall lasse sich möglicherweise durch eine Fusion lösen, sagte der Sprecher, ohne den Namen der Kasse zu nennen. Verwaltungsratsmitglied Brandner sagte, die laufenden Ausgaben der "Vereinigten IKK" würden ihre Einnahmen übersteigen. Das Vermögen sei jedoch nicht aufgezehrt. Er machte für diese Entwicklung die Einführung des Gesundheitsfonds verantwortlich. Die anderen Innungskrankenkassen müssten nun Solidarität mit der angeschlagenen Kasse üben, und zwar "nicht nur mit Worten, sondern mit Taten", sagte Brandner. Insgesamt gibt es noch sieben Innungskrankenkassen, wovon zwei signalisiert haben sollen, dass sie sich an der Rettung des Konkurrenten nicht beteiligen werden. Bisher ist die Rede davon, dass die "Vereinigte IKK" rund 50 Millionen Euro einmalige Hilfe von ihren Schwesterkassen braucht. Erfahrungen mit Zusatzbeiträgen zeigen, dass es schon bei acht Euro pro Monat große Mitgliederverluste gibt. Summen, die darüber hinaus gehen, sorgen für eine so massive Abwanderung von Mitgliedern, dass die zusätzlichen Einnahmen Existenz der Kasse in Gefahr ist.
DEU / Gesundheit
13.05.2011 · 00:00 Uhr
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