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Kramp-Karrenbauer - konservativ und fast sozialdemokratisch

Annegret Kramp-KarrenbauerGroßansicht

Saarbrücken (dpa) - Mit der Aufkündigung der Jamaika-Koalition hat Annegret Kramp-Karrenbauer im Saarland alles auf eine Karte gesetzt. Wenn die 49-Jährige die Wahl am 25. März verliert, wäre sie die Ministerpräsidentin mit der kürzesten Amtszeit in der Bundesrepublik.

Aber «immerhin die mit dem längsten Namen», wie sich die CDU-Frau an Fasching bei ihrer traditionellen Büttenrede in der Rolle der Putzfrau «Gretel» selbst auf die Schippe nahm.

AKK, wie sie oft kurz genannt wird, gilt als nüchterne, uneitle Politikerin, die zuhören kann und ein offenes Ohr für Argumente hat, auch wenn diese nicht auf Parteilinie liegen. Sie selbst sieht sich als «unaufgeregte Konservative», oft muten ihre Positionen fast sozialdemokratisch an, etwa wenn sie sich für Mindestlöhne einsetzt oder sich offen für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes zeigt.

Für politische Spitzenämter bringt sie reichlich Erfahrungen mit. Seit zwölf Jahren sitzt Kramp-Karrenbauer am Kabinettstisch. Im Jahr 2000 machte sie ihr politischer Ziehvater Peter Müller erstmals zur Ministerin. Als erste Frau in Deutschland leitete sie das Innenressort eines Bundeslandes, danach war sie Bildungs-, dann Sozialministerin.

Im vergangenen Jahr übergab der ans Bundesverfassungsgericht wechselnde Müller das Zepter an seine Wunschkandidatin. Im Mai wurde sie zur CDU-Landeschefin gekürt, im August zur Ministerpräsidentin, allerdings erst im zweiten Wahlgang. «Der Start war etwas holprig. Aber als Mutter von drei Kindern weiß ich: Die schwersten Geburten bringen die schönsten Kinder auf die Welt», lautete der Kommentar der neuen Regierungschefin.

Kraft schöpft die zierliche 49-Jährige aus ihrer Familie. Gern kocht und backt sie für ihren Ehemann, einen Bergbauingenieur, und ihre Kinder. Ihre Gesprächspartner loben ihre «offene, kommunikative Art» und ihre Aufrichtigkeit. Das Bild hat nach der abrupten Aufkündigung der Jamaika-Koalition am 6. Januar Risse bekommen, von der sich Grüne und FDP total überrumpelt sahen.

Bei den Saarländern gilt «AKK» als Frau wie Du und Ich, die sich auch den Alltagssorgen der Menschen widmet. Allerdings ist es ihr in ihrer kurzen Amtszeit erst in Ansätzen gelungen, sich bekannt zu machen. Außenstehende nehmen sie - auch wegen ihrer saarländischen Mundart, in die sie bisweilen verfällt - als ein wenig hölzern wahr. Ihr Outfit hat die CDU-Frau, die Beruf und Politik unter einen Hut gebracht hat, nicht geändert: Sie trägt einen Kurzhaarschnitt, eine schmale Brille mit breiten Bügeln und sie bevorzugt Hosen.

Wahlen / Landtag / Saarland
24.03.2012 · 20:26 Uhr
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