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Korruptionsskandal um US-Politiker und Rabbiner

FBI bei der ArbeitGroßansicht
Washington (dpa) - Politische Bestechung, Geldwäsche und Handel mit Spendernieren: Die US-Bundespolizei FBI ist auf einen Schlag gleich mehreren großangelegten Betrugs- und Korruptionsfällen im Nordosten der USA auf die Spur gekommen.

In einer Großaktion am Donnerstag wurden 44 Menschen festgenommen, darunter 29 Politiker und Beamte sowie fünf Rabbiner im Bundesstaat New Jersey und in New York. Sie wurden noch am selben Tag angeklagt, wie das FBI auf einer Pressekonferenz in Newark (New Jersey) mitteilte.

Demnach nahm die Polizei unter anderem die Bürgermeister von Hoboken, Secaucus und Ridgefield (New Jersey) sowie zwei Kongress-Abgeordnete aus dem Staat in Gewahrsam. Zudem befinden sich 15 Mitglieder eines internationalen Geldwäscherings in Untersuchungshaft, darunter fünf Rabbiner aus jüdischen Gemeinden im New Yorker Stadtteil Brooklyn und aus Deal (New Jersey).

Bindeglied zwischen den Fällen war ein Kronzeuge. Nach Medienberichten vom Freitag war der Mann beim Einwechseln eines gefälschten Schecks in Millionenhöhe aufgeflogen und hatte sich dann zur Zusammenarbeit mit der Polizei bereiterklärt. In ihrem Auftrag gab er sich als ein insolventer Geschäftsmann aus, der angeblich versuchte, Gelder in seinem Besitz vor den Behörden zu verbergen. Dem FBI zufolge drang er dadurch in einen Geldwäschering ein, betrieben von den Rabbinern: Sie nahmen demnach Schecks des vermeintlichen Geschäftsmannes an und gaben ihm dafür nach Abzug eines Honorars Bargeld zurück, das zumindest zum Teil aus einer israelischen und schweizerischen Quelle gekommen und über Wohltätigkeitsorganisationen gewaschen worden sein soll.

Ein anderer Mann, der verdächtigt wurde, Spendernieren zum Billigpreis aufzukaufen und dann zu Höchstpreisen feilzubieten, flog dem FBI zufolge ebenfalls durch den Kronzeugen auf. Dieser posierte ferner als ein Geschäftsmann, der korruptionsverdächtigen Politikern und Beamten Geld im Gegenzug für politische Wohltaten zugunsten seiner angeblichen Firma anbot - und damit laut FBI gleich bei einer Serie seiner «Ziele» ankam. «Sie haben sich bereitwillig zum Kauf angeboten», sagte Ralph Marra, Bundesanwalt in New Jersey, auf der Pressekonferenz. «Korruption war für sie eine Lebenseinstellung.»

Kriminalität / USA
24.07.2009 · 18:48 Uhr
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