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Korruptionsskandal bei Ärzten

Berlin (dts) - Im deutschen Gesundheitswesen droht ein Korruptionsskandal. Mehrere hundert Ärzte sollen sich von Pharmaunternehmen mit iPods und DVD-Playern bestechen lassen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt rief heute Ärzte, Selbstverwaltungsgremien und die Pharmaindustrie auf, besser zusammenzuarbeiten und stärker durchzugreifen. "Der Kampf für mehr Transparenz lohnt sich", so die Ministerin. Auch Transparency International kritisiert die mangelnde Transparenz. "Der sowieso schon intransparente Gesundheitsmarkt wird noch undurchsichtiger, weil die Verträge für einzelne Medikamente nicht offengelegt werden", sagte TI-Expertin Anke Martiny. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bundesweit mittlerweile in 480 Fällen gegen Ärzte. Laut Robert Deller, leitender Oberstaatsanwalt in Aachen, kann es jedoch sein, "dass wir erst ein Drittel aller betroffenen Ärzte erfasst haben." "Ich kann nicht ausschließen, dass sich diese Zahl noch erheblich ausweitet", so Deller weiter. Jedoch nicht nur Gesundheitsexperten und Politiker sind entsetzt über die jüngsten Entwicklungen, auch bei den Patienten dürfte dieser Skandal für Aufregung sorgen. "Es kann nicht sein, dass Patienten die Sorge haben müssen, dass der Arzt nicht an die beste Versorgung, sondern an iPods und Flachbildfernseher denkt. Jeder Patient hat Anrecht auf die Behandlung, die ihm am meisten hilft", sagte Thomas Volk, CDU-Landesvorstand Baden-Württemberg.
DEU / Gesundheit / Korruption
22.07.2009 · 19:59 Uhr
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