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Korrespondenten verlassen Tokio - N24-Mann harrt aus

Berlin/Tokio (dpa) - Fast alle Korrespondenten der großen deutschen Medien haben Tokio verlassen und sich zumeist ins südlich gelegene Osaka zurückgezogen. Nur N24-Mann Christoph Wanner berichtete weiterhin aus der japanischen Hauptstadt, wie eine Sprecherin des privaten Nachrichtenkanals bestätigte.

Wanner habe sich einen Fahrer organisiert, mit dem er jederzeit nach Osaka reisen könne. Allerdings beurteilte er selbst die Lage in Tokio als «ruhig» und habe sich daher selbst zum Bleiben entschlossen. Die Sprecherin wies auf Wanners Erfahrungsschatz in Sachen radioaktiver Strahlung hin. Der reguläre Moskau-Korrespondent habe schon mehrfach aus dem radioaktiv belasteten Tschernobyl berichtet und wisse genau, «wie man einen Geigerzähler bedient».

Zuvor hatten mit Robert Hetkämper und seinem dreiköpfigen Fernsehteam die letzten ARD-Mitarbeiter Tokio vorsorglich verlassen. Er werde die Berichterstattung von Osaka aus fortsetzen, hieß es vom verantwortlichen NDR am Donnerstag. Es handle sich nicht um eine Flucht vor einer Strahlenwolke, sagte Hetkämper in einer Live-Schalte im ARD-«Morgenmagazin». Nach wie vor herrsche jedoch eine extreme Unsicherheit über die Lage beim knapp 230 Kilometer beschädigten Atommeiler. Er befürchte, dass Panik in Tokio aufkommen und es schwierig werden könnte, die Stadt zu verlassen, sagte Hetkämper. Der NDR verwies auch auf den Rat der Deutschen Botschaft an alle Bundesbürger, den Großraum Tokio zu verlassen.

Seine Kollegin Ariane Reimers hatte sich ebenfalls auf den Weg nach Osaka gemacht, nachdem sie zuvor den Norden Japans besucht hatte, um über die Verwüstungen durch Erdbeben und Tsunami zu berichten. Nach Angaben des Senders sei nun aber zu befürchten, dass die Verkehrsanbindungen in den Norden zusammenbrechen könnten, zumal es dort bitterkalt sei und immer wieder Schnee falle.

Medien / Erdbeben / Atom / Japan
18.03.2011 · 00:22 Uhr
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