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Koran-Verteilung in weniger Städten als geplant

Polizeibeamte beobachten in Hannover das kostenlose Verteilen von Koran-Exemplaren an Passanten. Foto: Julian StratenschulteGroßansicht

Berlin (dpa) - Radikale Islamisten haben am Samstag trotz aller Kritik das Verteilen von Koran-Exemplaren in mehreren deutschen Städten fortgesetzt. Allerdings fand die Aktion offenbar in weniger Städten statt als im Internet angekündigt.

Während beispielsweise Passanten am Potsdamer Platz in Berlin, in der Fußgängerzone von Hannover und im baden-württembergischen Göppingen kostenlos Ausgaben des Koran angeboten bekamen, ließen sich in Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe und anderen Städten zunächst keine Salafisten blicken.

In Berlin sorgte die Aktion für heftige Diskussionen zwischen Passanten und den Islamisten, aber auch unter Passanten. Viele nahmen Koran-Exemplare mit. Eine 65 Jahre alte Frau aus Chemnitz sagte: «Ich will mir selber ein Bild machen.» Auch die Polizei war mit Einsatzkräften da, ebenso viele Medienvertreter. Nach der Ankündigung im Internet sollten in mehr als 30 Städten Informationsstände aufgebaut und Koran-Ausgaben verteilt werden.

Laut Verfassungsschutz soll das Netzwerk «Die wahre Religion», das sich um den radikalen Prediger Ibrahim Abou Nagie gebildet hat, hinter der Aktion stecken. Politiker und Sicherheitsbehörden befürchten, dass radikale Salafisten die Aktion für extremistische Zwecke missbrauchen könnten. Den Salafisten gehe es um Propaganda und die Rekrutierung von Anhängern, sagte die Chefin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid, der Tageszeitung «B.Z.» (Samstag).

Extremismus / Islamismus / Religion
14.04.2012 · 12:39 Uhr
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