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Köhler dankt Ungarn für «Signal von 1989»

Ein symbolischer Akt vor genau 20 Jahren: Der ungarische Außenminister Gyula Horn (r) und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock (l) durchtrennten am 27. Juni 1989 ein Stück des Großansicht
Budapest (dpa) - Bundespräsident Horst Köhler hat den Ungarn am Samstag für dessen Beitrag zum Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren gedankt.

Auf einem Festakt im Budapester Parlament sagte das deutsche Staatsoberhaupt: «Ich danke im Namen aller Deutschen dem ungarischen Volk für das Signal von 1989, für seinen Mut und seine Solidarität mit den ostdeutschen Flüchtlingen.» Am 27. Juni 1989 hatten der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock nahe der westungarischen Stadt Sopron symbolisch den Grenzzaun durchschnitten.

Ungarn hatte in den Wochen zuvor die Grenzsperren zu Österreich bereits weitgehend abgebaut. Dies löste eine Fluchtbewegung ausreisewilliger DDR-Bürger über das damals noch kommunistische Ungarn aus. Am 11. September 1989 hatte Budapest dann offiziell - unter Aufkündigung entsprechender Abkommen mit der DDR - seine Westgrenze für die ungehinderte Ausreise von DDR-Bürgern geöffnet. Dies führte in der Folge zum Fall der Berliner Mauer und zur deutschen Wiedervereinigung.

An dem Festakt zum Gedenken an diese Ereignisse nahmen am Samstag sechs Staatsoberhäupter - neben Köhler auch der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer und der Schweizer Bundespräsident Hans- Rudolf Merz -, zwei Ministerpräsidenten und drei Parlamentspräsidenten teil. Auch Akteure von damals erinnerten an die dramatischen Entwicklungen des Wendejahres, unter ihnen der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklos Nemeth und der frühere stellvertretende Kanzleramtsminister Horst Teltschik. Ex- Außenminister Hans-Dietrich Genscher sagte aus persönlichen Gründen kurzfristig ab.

Köhler würdigte in seiner Ansprache ausdrücklich die Verdienste des damaligen reformkommunistischen Regierungschefs Nemeth, der «die Verantwortung für die mutige Grenzöffnung übernommen» habe. «Er hat sich damit als großer Ungar und als großer Europäer erwiesen.» Nemeth betonte, dass jeder Ungar, unabhängig von seiner politischen Einstellung, mit dem Abriss des Eisernen Vorhangs einverstanden gewesen sei. «Das Durchschneiden des Stacheldrahts war nämlich ein wichtiger Schritt bei der Herstellung der nationalen Unabhängigkeit Ungarns.»

Im Anschluss an die Feier besuchte Köhler zusammen mit seinem ungarischen Amtskollegen Laszlo Solyom die Ausstellung «20 Jahre Freiheit: Deutschland sagt Danke» im Budapester Rathaus-Park. Bei dem Rundgang sprach der Bundespräsident unter anderem mit dem Malteser- Pater Imre Kozma, der auf dem Grundstück seiner Pfarrei im Budapester Stadtteil Zugliget im Sommer 1989 hunderte DDR-Flüchtlinge betreut hatte.

International / Geschichte / Ungarn / Deutschland
27.06.2009 · 17:05 Uhr
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