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Koalition will gegen Telefon-Abzocke vorgehen

Warteschleifen von Telefon-Hotlines sind oft teuer. Die Bundesregierung will diese Kosten nun deckeln.Großansicht
Berlin (dpa) - Die Bundesbürger können auf eine Eindämmung der Kosten bei lästigen Telefon-Warteschleifen von Service-Nummern hoffen. Obwohl die schwarz-gelbe Koalition im Bundestag gegen kostenlose Warteschleifen stimmte, will sie schon bald Pläne vorlegen, um eine Abzocke zu stoppen.

Nach Informationen aus Koalitionskreisen ist noch vor der Sommerpause ein Gesetzentwurf dazu geplant.

Union und FDP hatten allerdings am Donnerstagabend im Bundestag gegen die Forderung der Grünen nach kostenlosen Telefon- Warteschleifen bei Service-Nummern gestimmt. Die Grünen fordern, dass die Verbraucher erst dann zahlen, wenn sie mit einem Berater verbunden sind. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) beraten derzeit über eine Lösung, die auch EU-Pläne aus dem Telekommunikationspaket - etwa zu mehr Informationen an Kunden - aufgreifen will. Die Verhandlungen sind aber noch nicht zu Ende.

Die Parlamentarische Verbraucherstaatssekretärin Julia Klöckner (CDU) kündigte Verbesserungen an. «Kostenpflichtige Warteschleifen sind ein großes Ärgernis für die Verbraucher. Ansagen vom Band, die keinen Mehrwert haben, oder Musik, die man nicht hören will, sollten nicht den Geldbeutel des Anrufers belasten», sagte Klöckner. «Deshalb haben wir im Koalitionsvertrag ausdrücklich das Ziel festgehalten, dies zu ändern. Das werden wir zusammen mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium tun.» Der Antrag der Grünen greife zu kurz.

Die Grünen im Bundestag warfen der schwarz-gelben Koalition Blockade vor. Die Ablehnung des Antrags sei ein Affront gegen die Konsumenten, aber auch gegen Aigner, sagte Grünen- Verbraucherpolitikerin Nicole Maisch.

Wer in einer Telefon-Warteschleife hängt, muss dafür nach einem Test der Grünen-Fraktion mit Kosten in zweistelliger Euro-Höhe und Wartezeiten bis zu 18 Minuten rechnen. Derzeit gibt es 0180-Nummern (14 Cent pro Minute im Festnetz) sowie teurere «Premium-Nummern» (0800, 0900), bei denen die Kosten angesagt werden müssen.

Verbraucher / Bundestag
07.05.2010 · 16:56 Uhr
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