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Klagewelle wegen Insiderhandel an der Wall Street steht offenbar kurz bevor

New York (dts) - Der New Yorker Wall Street droht offenbar der größte Insiderskandal ihrer Geschichte. US-Medienberichten zufolge sollen langjährige Ermittlungen gegen Börsenhändler, Hedge-Fonds-Manager, Investment-Banker und Investoren weit fortgeschritten sein und könnten möglicherweise bald in eine Welle von Klagen münden. Die jahrelangen Untersuchungen betreffen dabei nicht nur die Wall Street, sondern Kreditinstitute und Finanzunternehmen im gesamten Land, die sich illegal Spekulationsvorteile verschafft haben sollen.

Die Ermittler vermuten, dass von vielen Beratungsfirmen, die Investoren mit Ex-Managern von Firmen zu Gesprächen zusammenbringen, auch vertrauliche Informationen weitergegeben werden. Das FBI hatte im Zuge seiner Ermittlungen den Chef einer dieser Beratungsfirmen für eine Abhöraktion eines solchen Gesprächs gewinnen wollen. Dieser lehnte das Ansinnen allerdings ab und informierte stattdessen seine Kunden per Brief. Der Adressatenkreis dieses Briefes, der dem "Wall Street Journal" vorliegt, umfasst viele große Namen der US-amerikanischen Hegde-Fonds-Szene, unter anderem SAC Capital, Citadel Asset Management, Janus Capital und Wellington Management. Weitere Ermittlungen richten sich gegen die Investmentbank Goldman Sachs. Die Beamten vermuten, dass Mitarbeiter der Bank Vorab-Informationen zu zwei Fusionen in der Pharmabranche an Investoren weitergegeben haben. Die Kurse der Übernahmekandidaten waren vor Bekanntwerden der Transaktionen plötzlich deutlich angestiegen. Eine offizielle Stellungnahme gibt es zu diesen Vorwürfen jedoch weder von der Bank noch den ermittelnden Beamten. Den Berichten zufolge ist noch vor Jahresende mit ersten Anklagen und Festnahmen zu rechnen.
USA / Börse / Unternehmen / Finanzindustrie / Kriminalität
22.11.2010 · 20:41 Uhr
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