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Kino.to-Chef Dirk B. - Hartes Urteil gegen Raubkopier-Boss

[/img]Sein Brille ist randlos, sein Hemd blau-weiß gestreift, er nimmt im Gerichtssaal Platz und studiert sofort Dokumente, die er schließlich unterschreibt. Dirk B. wirkt wie ein solider mittelständischer Geschäftsmann. Auch Staatsanwalt Dietmar Bluhm sieht im Chef des illegalen Filmportals Kino.to einen Unternehmer, der von seinem Geschäft etwas verstand und darin erfolgreich war: Urheberrechtsverletzungen in großem Stil und die Vermarktung der Seite Kino.to, die Links zu illegalen Filmen und Serien bereit stellte.

Nun wurde Dirk B. vom Leipziger Landgericht zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Knapp vier Millionen Euro Umsatz hat Dirk B. mit Kino.to erzielt, das Geld muss er laut Urteil an den deutschen Staat abgeben. Es ist die höchste Strafe, die ein deutsches Gericht jemals wegen Urheberrechtsverletzungen gefällt hat.

Schauprozess mit abschreckender Wirkung

Ist das Urteil gerecht? Wohl kaum. Es geht um eine Urheberrechtsverlertzung, zwar in großem Stil, doch bekommt manch ein Totschläger ein geringeres Strafmaß. Das System Kino.to wurde durch Werbevermarkter ermöglicht, nur durch Anzeigen auf der Webseite hat Dirk B. die Millionen scheffeln können. Zwar gab es eine Razzia, zwar wurde einige Vermarkter festgenommen, doch das Geschäft mit Anzeigen läuft global weiter. Es ist eine rechtliche Grauzone, weil die Werbung über Vermittler geschaltet wird - auf welchen Webseiten die Anzeigen am Ende auftauchen, ist anfangs nicht immer klar.

In der Verhandlung gegen Dirk B. war aber von Beginn an klar: Es sollte ein Schauprozess mit abschreckender Wirkung werden. Kino.to, sagte etwa Staatsanwalt Bluhm, zeige «die kriminelle Dimension des Internets: die Hehlerei, den Betrug.» Auch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urherberrechtsverletzungen (GVU), die als Nebenklägerin im Kino.to-Prozess auftritt, ist sich der Signalwirkung sicher. «Es ist ein historischer Fall für die Justiz», so GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy.

Verdorbene Konsumenten, fehlende legale Angebote

[/img]Die Konsumenten seien durch Kino.to verdorben worden, sagt der GVU-Chef. Kino.to habe «die moralische Schuld, eine ganze Generation an die illegale Haltung gewöhnt zu haben.» Staatsanwalt Bluhm sieht in Kino.to nicht nur ein illegales Filmportal, sondern einen Wegbereiter für das fehlende Rechtsbewusstsein der Internetnutzer beim kostenlosen Streamen oder Downloaden von Filmen und Serien: «Millionen Menschen in Deutschland wurden durch Kino.to an Urheberrechtsverletzungen gewöhnt», so Bluhm.

Die Hilflosigkeit der deutschen Justiz mit dem Fall Kino.to ist dabei offenkundig. Die Anklage musste etwa abgeschwächt werden - sie bezog sich schließlich nur noch auf die öffentliche Wiedergabe von Filmen und Serien, und etwa nicht mehr auf deren Verbreitung. Und hätte Dirk B. kein umfassendes Geständnis abgelegt, wären die Ermittlungen nur schleppend voran gekommen. Die Ermittler hatten vor allem durch seine Aussagen Kenntnisse über das System Kino.to bekommen, so Staatsanwalt Bluhm, der als einziger im Gerichtssaal das eigentliche Problem anspricht: «Es gibt in Deutschland kein legales Angebot in der Größe von Kino.to», so Bluhm.

Die Generation Gratis, so darf man wohl folgern, ist doch nicht moralisch verkommen. Aber sie hat eben ein anderes Mediennutzungsverhalten. Kein aufwändiges Ausleihen in der Videothek, sondern der Stream per Smartphone, Tablet-PC oder am Heimcomputer. Die Medienindustrie hat für diese Zielgruppe noch kein legales Angebot entwickelt, das wirklich überzeugt. Solange wird das illegale Geschäftsmodell der Kino.to-Nachfolger wohl unschlagbar bleiben.

[news.de] · 14.06.2012 · 11:30 Uhr
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