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Kinderschützer: Kindergrundsicherung muss her

Berlin (dpa) - Höhere Hartz-IV-Regelsätze für Kinder brächten nach Ansicht des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) nicht automatisch mehr Chancengleichheit. «Wir brauchen eine neue Strategie, die endlich denjenigen mehr Geld bringt, die wenig haben, anstatt die Besserverdiener zu bevorzugen».

Das sagte DKSB-Präsident Heinz Hilgers in Berlin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Bundesregierung muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Dienstag die Regelsätze für alle Hartz-IV-Bezieher neu berechnen. Besonders für Kinder in Hartz-IV-Familien könnte es nun mehr Geld geben.

Eine besteuerte Grundsicherung für alle Kinder könne mehr Gerechtigkeit gewährleisten. Reiche müssten diese Leistung höher besteuern als Ärmere - «nach dem Prinzip starke Schultern tragen viel», sagte Hilgers.

Derzeit würden Gutverdienende durch Kinderfreibeträge und zusätzlich absetzbare Betreuungs- oder Privatschulkosten eindeutig bevorzugt, kritisierte Hilgers. «Es gibt kein Land auf der Welt, das Kindern reicher Familien mehr gibt als den armen. Nur in Deutschland ist das so.»

Kostenlose Schulspeisung, Lernmittelfreiheit, kostenloser Kita- und Uni-Besuch gehören für den Kinderschützer unbedingt dazu, um auch ärmeren Familien Bildungschancen und eine Teilnahme am sozialen Leben zu ermöglichen. Auch Gutscheine für Musikschulen oder Sportvereine hält er für denkbar. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprach sich dafür aus, für eine bessere Bildung von Kindern aus Hartz-IV-Familien nicht nur über mehr Geld, sondern auch über zusätzliche Sach- und Dienstleistungen nachzudenken.

Arbeitsmarkt / Soziales / Kinder
14.02.2010 · 21:54 Uhr
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