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Keine Asbestbelastung in Turnhallen-Luft

Ein Zettel mit der Aufschrift Großansicht
Hamburg (dpa) - Einen Tag nach der Schließung von mehr als 120 Hamburger Sporthallen wegen möglicher Asbest-Belastung zeichnet sich Entwarnung ab. Nach Angaben des zuständigen Gutachters ließen sich bei einer gründlichen Gebäudeuntersuchung der Peter-Petersen-Schule keine Asbestfasern nachweisen.

Am Vortag hatte ein Asbestfund in der Turnhalle der Schule die vorsorgliche Sperrung der Sporthallen ausgelöst. Das Material sei bislang lediglich in einem für Sanierungsarbeiten an einem Heizkessel abgeteilten kleineren Bereich entdeckt worden, sagte Gutachter Arndt von Liebermann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. In die Luft der eigentlichen Turnhalle seien die Fasern, die aus einem defekten Bauteil der Heizungsanlage stammten, anscheinend nicht gelangt. «Da haben wir gegenwärtig, bezogen auf die ganze Raumluft, keinen Fund.» Ob eventuell früher Asbestfasern von dem Kessel in die Halle gelangt seien, könne er aber nicht sagen.

Eine Sprecherin der Schulbehörde in Hamburg warnte am Donnerstagabend dagegen energisch davor, von einer Entwarnung zu sprechen. Man müsse «leider» vorerst weiter davon ausgehen, dass Asbest aus der kaputten Heizung in die Halle der Peter-Petersen- Schule gelangt sei und dass dies auch bei Anlagen ähnlichen Typs an anderen Schulen passieren könne, sagte sie. Auch wenn keine akute Gesundheitsgefahr bestehe, könne man das Problem gegenwärtig noch nicht einschätzen und müsse die Untersuchung aller potenziell betroffenen Hallen abwarten. «Wir wissen, dass wir ein Problem haben.»

Nach Angaben der Schulbehörde sind mittlerweile vorsorglich 123 Sporthallen geschlossen worden und sollen bis zu den Herbstferien Mitte Oktober auf mögliche Kontaminierungen mit Asbestfasern geprüft werden. In Hamburg gibt es insgesamt rund 450 Sporthallen an Schulen und Berufsschulen. Durch die Sperrungen beeinträchtigt ist auch der Trainingsbetrieb von mehreren tausend Freizeitsportlern in Vereinen.

Bei den Behörden meldeten sich am Donnerstag zahlreiche besorgte Eltern. Die städtische Telefonhotline für Umweltmedizin sei seit dem Donnerstagmorgen «stark frequentiert» gewesen, sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. Die Eltern wollten wissen, wie groß die Gefährdung ihrer Kinder sei und wie die Stadt in der Sache vorgehen wolle. «Es gibt keine Panik, aber Informationsbedarf.»

In anderen Bundesländern waren nach Angaben der verschiedenen Bildungsministerien sowie Städte- und Gemeindetage von Donnerstag keine aktuellen Asbestfälle an Schulen bekannt. Allerdings verwiesen Sprecher in den Flächenländern für nähere Auskünfte auf die Kommunen und Landkreise, da diese dezentral für Schulgebäude zuständig seien.

Asbest kann Krebs auslösen. Der Stoff ist in Deutschland seit 1993 verboten und darf nicht mehr verarbeitet oder verkauft werden. Seit 2005 gilt auch ein europaweites Verbot. Bis in die 70er Jahre war es ein beliebtes Baumaterial, kam aber auch in Backöfen oder Herden zum Einsatz. Mediziner warnten nach dem Hamburger Asbestfund indes bereits vor Panikmache. «Es ist ein gefährlicher Stoff, doch die gemessenen Werte können nicht zu bedenklichen Gesundheitsschäden führen», sagte Thomas Kopf vom Hamburger Arbeitsmedizinischen Dienst, der betriebsärztlichen Abteilung der städtischen Verwaltung.

Umwelt / Schulen
03.09.2009 · 18:13 Uhr
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