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Kein Durchbruch für Wen Jiabao in Nordkorea

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Peking (dpa) - In Ringen um neue internationale Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm ist Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao kein Durchbruch gelungen.

Bei seinem Besuch in Pjöngjang machte Militärmachthaber Kim Jong Il eine Rückkehr zu den Sechser- Gesprächen vielmehr von Fortschritten in bilateralen Gesprächen mit den USA abhängig. Nach seiner dreitägigen Visite anlässlich des 60. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Nachbarländern kehrte Wen Jiabao am Dienstag nach Peking zurück.    

Die USA sind allerdings auch weiterhin nur bereit, «im Rahmen des Prozesses der Sechs-Parteien-Gespräche» bilaterale Kontakte mit Nordkorea zu pflegen, wie der Sprecher des Außenministeriums in Washington, Ian Kelly, sagte. Die USA seien sich mit den anderen vier Teilnehmern China, Südkorea, Japan und Russland einig, dass der seit 2003 laufende Sechs-Parteien-Prozess «der beste Mechanismus» sei, um eine nuklearwaffenfreie koreanische Halbinsel zu erreichen.

Nach südkoreanischen Medienberichten treibt Nordkorea derweil den Wiederaufbau seiner umstrittenen Atomanlagen in Yongbyon voran. Es gebe Anzeichen dafür, dass die Arbeiten in der Endphase seien, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise. Die Atom-Wiederaufarbeitungsanlage in dem Atomkomplex sei offensichtlich im Mai wieder gestartet worden. In der Anlage lässt sich Plutonium aus Kernbrennstäben zurückgewinnen.

Bei einem Treffen am Montag mit Regierungschef Wen Jiabao sagte Kim Jong Il nach chinesischen Angaben, «auf der Grundlage der Fortschritte der Gespräche mit den USA» zur Teilnahme an multilateralen Verhandlungen bereit zu sein, einschließlich der Sechser-Gespräche. Eine Rückkehr sei «abhängig vom Ausgang der Diskussionen mit den USA», zitierte ihn die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Das feindliche Verhältnis zwischen beiden Seiten «sollte durch die bilateralen Gespräche unbedingt in friedliche Beziehungen umgewandelt werden».

Nordkorea hatte die Sechser-Gespräche über eine Beseitigung seines Atomwaffenprogramms im April einseitig aufgekündigt und im Mai einen zweiten unterirdischen Atomtest unternommen. Das kommunistische Land hatte Mitte Juni als Antwort auf verschärfte Sanktionen des Weltsicherheitsrats wegen des Atomtests unter anderem die Produktion weiterer Kernwaffen angekündigt. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem Pjöngjang im April internationale Atominspekteure des Landes verwiesen hatte.

Konflikte / Atom / Nordkorea
06.10.2009 · 14:20 Uhr
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