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Karsai: Wir machen Fortschritte

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l) und der afghanische Präsident  Hamid Karsai auf der Sicherheitskonferenz in München.Großansicht

München (dpa) - Afghanistans Polizei und Armee können nach Einschätzung von Präsident Hamid Karsai bis Ende 2014 ohne ausländische Truppen die Sicherheit im Land garantieren. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Karsai am Sonntag: «Wir haben spürbar Fortschritte gemacht.»

Am 21. März will er bekanntgeben, wo im Land die Sicherheitskräfte mit der Übernahme der Kontrolle beginnen werden. Derzeit stehen rund 150 000 ausländische Soldaten in Afghanistan. Zur internationalen Schutztruppe Isaf gehören auch 4860 deutsche Soldaten. Das Mandat für den deutschen Einsatz war am 28. Januar um ein Jahr verlängert worden. Ende 2011 soll, wenn es die militärische Lage erlaubt, der Abzug erster Einheiten beginnen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sicherte Karsai in München zu, Deutschland werde auch nach 2014 Hilfe zu leisten. «Sie wird anders aussehen als heute», sagte Westerwelle. «Sie wird ziviler sein als heute. Sie wird politischer sein. Aber sie wird deswegen umso wichtiger sein.»

Westerwelle zeigte sich zufrieden mit dem Aufbau von Polizei und Armee in Afghanistan. «Die Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten läuft schneller als erwartet», sagte er. «Das ist ein erster Erfolg.»

Karsai hatte am Samstag Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande der Konferenz getroffen. Der Präsident warb um mehr deutsche Investitionen beim Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten Landes. Lohnend sei die Ausbeutung der Bodenschätze.

Neben Wirtschaftsfragen ging es nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen bei dem halbstündigen Gespräch vor allem um die Einschätzung der Sicherheitslage.

Karsai sicherte am Sonntag Investoren Rechtssicherheit, Bekämpfungen der Korruption und den Aufbau einer funktionierenden Verwaltung zu. «Gewalt allein wird keinen Frieden bringen», sagte der Präsident. Das Land brauche Wohlstand.

Westerwelle beklagte die Misswirtschaft in Afghanistan. «Korruption und Vetternwirtschaft sind keine Einzelfälle», sagte er. Entscheidend für den Wiederaufbau des Landes ist nach seiner Ansicht die Zusammenarbeit aller afghanischen Kräfte. Alle Konfliktparteien müssten sich zusammensetzen. «Das ist nicht einfach. Aber Versöhnung und Aussöhnung sind selten einfach», sagte er.

International / Sicherheit
06.02.2011 · 12:12 Uhr
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