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Karsai begrüßt Forderung nach mehr US-Truppen

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Washington (dpa) - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Forderung nach Aufstockung der US-Truppen in seinem Heimatland begrüßt. Dem US-Nachrichtensender CNN sagte Kasai am Montag, das sei der «richtige Ansatz» und er stehe dahinter.

Zugleich kritisierte er die Alliierten dafür, dass sie das Terrornetzwerk El Kaida und andere Extremisten in ihren Hochburgen jenseits der afghanischen Grenzen nicht angriffen.

Der oberste NATO-Kommandeur in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, hatte in einer am Montag bekannt gewordenen Lageeinschätzung geschrieben, der Einsatz am Hindukusch sei vom Scheitern bedroht. Zur Umsetzung der neuen Strategie der Internationalen Schutztruppe ISAF zur Aufstandsbekämpfung seien mehr Soldaten nötig, heißt es in dem von «Washington Post» und «New York Times» in Teilen veröffentlichten Bericht McChrystals für US- Verteidigungsminister Robert Gates. 

Nach Angaben des «Wall Street Journals» bat das US-Verteidigungsministerium McChrystal, Forderungen auf die Entsendung zusätzlicher Truppen zu verschieben. Nach Angaben der Zeitung sagte ein hoher Beamter des Pentagon, die Regierung habe um einen Aufschub gebeten, um Zeit für eine Überprüfung ihrer Strategie zu haben. Dies könne Wochen dauern, schrieb das Blatt weiter.

Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, es werde nun eine konkrete Truppenanforderung des Militärs erwartet. Zunächst habe eine solche Anfrage aber nicht vorgelegen, sagte Regierungssprecher Robert Gibbs am Montag. Die Lage werde derzeit geprüft. Daraus würden «in einigen Wochen Optionen für eine Truppenaufstockung» folgen. «Eine spezifische Anfrage für zusätzliche Kräfte ist das, was danach kommt», sagte Gibbs.

Der Kommandeur der ISAF und der US-Truppen in Afghanistan warnte, sollte in den nächsten zwölf Monaten keine Trendumkehr erreicht werden, riskiere man «ein Ergebnis, bei dem ein Sieg über den Aufstand nicht länger möglich ist». «Unzureichende Kräfte werden vermutlich zu einem Scheitern führen.» Für McChrystal ist dies «eine wichtige - und vermutlich entscheidende - Phase dieses Krieges».

McChrystals kritisiert die afghanischen Regierung scharf. Weit verbreitete Korruption, Machtmissbrauch durch Regierungsvertreter, aber auch Fehler der ISAF hätten den Afghanen wenig Grund gegeben, ihre Regierung zu unterstützen. Karsai gab im CNN-Interview zu, dass Korruption ein ernstes Problem sei. Die Regierung werde es jedoch lösen.

Konflikte / USA / Afghanistan
22.09.2009 · 07:50 Uhr
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