News
 

Karsai: 15 Jahre Finanzhilfe für Armee und Polizei

US-Verteidigungsminister Gates (l) traf den afghanischen Präsidenten Karsai zu Gesprächen in Kabul.
Kabul (dpa) - Die afghanischen Sicherheitskräfte werden nach den Worten von Präsident Hamid Karsai noch mindestens 15 Jahre lang auf Finanzhilfen der USA und anderer NATO-Staaten angewiesen sein.

«Für weitere 15 bis 20 Jahre wird Afghanistan nicht in der Lage sein, die Kräfte (...) mit eigenen Ressourcen zu unterhalten», sagte Karsai nach einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Robert Gates am Dienstag in Kabul. Afghanische Truppen könnten innerhalb von zwei Jahren die Kämpfe gegen die Taliban in den gefährlichen Regionen des Landes anführen. Binnen fünf Jahren könnten sie die Gesamtverantwortung für die Sicherheit übernehmen.

Gates sagte bei seinem aus Sicherheitsgründen nicht angekündigten Besuch, der Abzug der amerikanischen Soldaten aus Afghanistan werde «mehrere Jahre» dauern. «Wir erwarten, dass dies ein Prozess über mehrere Jahre ist, ich denke, ob es drei Jahre, zwei Jahre oder vier Jahre sind, bleibt abzuwarten.» Die Übernahme der Verantwortung durch afghanische Truppen werde schrittweise erfolgen.

US-Präsident Barack Obama hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die derzeit 68 000 US-Soldaten in Afghanistan um 30 000 weitere Soldaten aufzustocken. Zugleich hatte er gesagt, der Abzug amerikanischer Truppen werde im Sommer 2011 beginnen. Die NATO will weitere 7000 Soldaten Verstärkung schicken. Derzeit sind rund 110 000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert.

Regierungs- und Armeevertreter der USA und Afghanistans gehen davon aus, dass die afghanischen Sicherheitskräfte auf insgesamt 400 000 Mann ausgebaut werden müssen, um einen Abzug internationaler Truppen und einen effektiven Schutz gegen die Taliban zu ermöglichen. Karsai sagte, er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft und besonders die USA Afghanistan helfen werden, eine Truppe aufzubauen, die Afghanistan schützen könne.

Bei einem Angriff von NATO-Truppen im Osten Afghanistans wurden am Dienstag nach Angaben der afghanischen Regierung sechs Zivilisten getötet, darunter eine Frau. Der Präsidentenpalast in Kabul teilte mit, Karsai habe das Innenministerium angewiesen, den Vorfall zu untersuchen. Die NATO-geführte Internationale Schutztruppe ISAF sprach dagegen von sieben Aufständischen, die bei der Operation in der Provinz Laghman getötet worden seien. Ein ISAF-Sprecher sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Zivilisten zu Schaden gekommen seien. Im Osten Afghanistans sind vor allem US-Soldaten stationiert.

Konflikte / Afghanistan / USA
08.12.2009 · 16:19 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
18.12.2017(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen