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Kanada steigt aus Kyoto-Abkommen aus

Ottawa (dts) - Kanada hat am Montagabend nur wenige Tage nach der Weltklimakonferenz in Durban überraschend seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Klimaschutzabkommen erklärt. "Kyoto liegt für Kanada in der Vergangenheit. Deshalb berufen wir uns auf unseren Rechtsanspruch auf einen formalen Ausstieg", sagte der kanadische Umweltminister Peter Kent in Ottawa.

Als Grund nannte Kent den Umstand, das die USA und China als Länder mit dem größten Ausstoß von Treibhausgasen nicht in das Kyoto-Protokoll miteinbezogen seien. Kanada ist damit das erste Land, welches trotz erfolgter Ratifizierung aus dem Vertrag aussteigt. Kanada, Russland und Japan hatten jedoch schon 2010 signalisiert, dass sie die Verlängerung des Kyoto-Protokolls nicht unterzeichnen wollten. Das 1997 beschlossene Kyoto-Protokoll enthält verbindliche Vorgaben zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Bislang haben 191 Staaten, inklusive Kanada, sowie die Europäische Union das Protokoll ratifiziert. Zuletzt waren auf der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban Vereinbarungen für einen Nachfolgevertrag beschlossen worden. Nach Ansicht von Experten will Kanada mit dem Ausstieg aus dem Abkommen Strafzahlungen in Milliardenhöhe wegen Nicht-Erfüllung vermeiden.
Kanada / Umweltschutz / Weltpolitik
13.12.2011 · 08:30 Uhr
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