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Kampf gegen Ölpest vor Neuseeland

Havariertes Containerschiff «Rena»Großansicht

Wellington (dpa) - Drei Tage nach der Havarie des Containerschiffs «Rena» an einem Riff vor Neuseeland strömt weiterhin Schweröl in den Pazifik. Inzwischen seien rund 20 Tonnen davon ins Meer gelangt, berichteten örtliche Medien am Samstag unter Berufung auf die Bergungsteams.

Die Experten versuchen in einem Einsatz rund um die Uhr, den 236 Meter langen Frachter aus Liberia zu stabilisieren, um eine Ölpest zu vermeiden. Die Experten befürchten, dass das 32 Jahre alte Schiff auseinanderbricht. In seinen Treibstofftanks sind noch rund 1500 Tonnen Schweröl.

Am Samstagmorgen hatte die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) noch mitgeteilt, es trete kein Öl mehr aus. Stunden später kündigte Verkehrsminister Steven Joyce jedoch an, es seien bei einem Kontrollflug neue Ölspuren gesichtet worden. Der Ölteppich bewege sich wegen des günstigen Windes allerdings von der Küste weg, hieß es.

«Wir sprechen nach wie vor von einem katastrophalen Ereignis», sagte der Bürgermeister von Tauranga, Stuart Crosby. «Wir haben aber das beste Bergungsteam der Welt zusammengestellt.» Die «Rena» war am Mittwoch rund 20 Kilometer vor der Hafenstadt an dem Astrolabe-Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen.

Das Gebiet in der Plenty-Bucht ist ein Paradies für Seevögel und wegen der Natur und der Badestrände auch bei Touristen beliebt. Bislang sind rund zwei Dutzend ölverklebte Vögel eingesammelt worden, darunter fünf Zwergpinguine. Tierschützer befürchten, dass es weitere tote Vögel gibt, diese aber wegen des Gewichts des Öls versunken sind.

Die Fachleute versuchen, das Schweröl im Frachter von beschädigten in unbeschädigte Tanks zu pumpen und diese zunächst zu versiegeln. Anschließend soll das Öl in ein Spezialschiff umgeladen werden. Insgesamt sechs Schiffe, darunter vier der Marine, sollen sich an der Operation beteiligen.

Zugleich bemüht sich die Besatzung, weiter Wasser aus überfluteten Laderäumen zu pumpen. Die Schlagseite des Frachters ging inzwischen von 14 auf 11 Grad zurück. Das bereits ausgelaufene Öl soll von der Wasseroberfläche eingesammelt werden - der Einsatz von Lösungsmitteln blieb weitgehend erfolglos.

Allerdings soll am Montag schlechtes Wetter mit Sturm und starkem Wellengang aufkommen. Dies könnte die Bergung erheblich erschweren. Außerdem soll ein Teil der rund 2100 Container mit Holz, Milchpulver, Fleisch und Fisch entladen werden, um Gewicht von dem Schiff zu nehmen. Die «Rena» hat jedoch keine eigenen Kräne.

Ein Sprecher des griechischen Reeders räumte ein, dass der Frachter schwere Schäden erlitten habe. Seiner Ansicht nach besteht aber keine unmittelbare Gefahr, dass dieser auseinanderbricht.

Schifffahrt / Neuseeland
08.10.2011 · 14:15 Uhr
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