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Kampf gegen Drogen: Polizei besetzt Favela in Rio

Ein Polizist sichert die Straße im Armenviertel Rosinha. Foto: Marcelo Sayao

Rio de Janeiro (dpa) - Brasiliens Polizei hat die größte Favela des Landes, die Armensiedlung Rocinha in Rio de Janeiro, besetzt. Rund 3000 Polizisten und Marinesoldaten nahmen nach offiziellen Angaben in den frühen Morgenstunden des Sonntags an der Operation teil.

Zum Einsatz kamen auch Hubschrauber und mehrere gepanzerte Kettenfahrzeuge. Ziel der Aktion war es, die Macht der Drogenbanden zu brechen und feste Polizeiwachen in der Favela zu installieren.

Rocinha liegt im Süden Rios, nur einige Kilometer entfernt von den Nobelvierteln Leblon und Ipanema, und zählt mindestens 70 000 Einwohner. Der Einsatz begann um 04.00 Uhr (Ortszeit). Bis zum Mittag fiel kein einziger Schuss. Auch die benachbarten kleinen Favelas Vidigal und Chácara do Céu wurden besetzt. Die Zufahrten zu den Siedlungen waren schon Tage zuvor scharf kontrolliert und am Sonntag zeitweise ganz abgeriegelt worden.

«Um 06.00 war die Mission der Rückeroberung von Rocinha, Vidigal und Chácara do Céu erfüllt, ohne dass ein einziger Schuss abgefeuert wurde», sagte Pinheiro Neto, einer der Polizei-Einsatzleiter, bei einer Pressekonferenz. Nach der Besetzung durchkämmten Spezialtrupps angrenzende Wälder, die von den Drogengangs als Flucht- und Transportwege genutzt wurden. Sie nahmen einen Dealer fest und stellten 13 Maschinenpistolen und eine Handgranate sicher.

Einzige Anzeichen des Widerstandes waren am Sonntag große Öllachen auf mehreren Straßen in der Favela. Gangmitglieder hatten das Öl nach Angaben von Anwohnern in der Nacht ausgegossen, um den Polizeifahrzeugen die Fahrt zu erschweren. Auf Fernsehbildern war ein Favela-Bewohner zu sehen, der eine große weiße Fahne als Friedenszeichen schwenkte. Fernsehsender berichteten live von der laufenden Operation.

Vor einem Jahr hatte die Polizei nach ähnlichem Muster mit Hilfe des Militärs die Favela Complexo do Alemão im Norden Rios besetzt. Damals waren bei Schießereien fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Aktionen sollen dazu beitragen, die Stadt am Zuckerhut sicherer zu machen - auch mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio.

Kriminalität / Brasilien
13.11.2011 · 13:10 Uhr
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