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Kaczynski zweifelt an Echtheit des Bruder-Leichnams

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Warschau (dpa) - Der Zwillingsbruder des bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski hat die Echtheit des auf der Wawel-Burg in Krakau beigesetzten Leichnams infrage gestellt.

Er habe seinen toten Bruder auf dem Flughafen in Smolensk (am Tag des Unglücks) an einer Narbe erkannt, sagte der national-konservative Politiker, Jaroslaw Kaczynski, am Montag in Warschau. Nach der Überführung der sterblichen Überreste nach Polen habe er allerdings den Leichnam nicht mehr wiedererkannt. «Der Mensch hier (im Sarg) erinnerte überhaupt nicht an meinen Bruder», so Jaroslaw Kaczynski. Er verwies auf mögliche Fehler bei der Obduktion.

Polens Justizbehörden wiesen die Vorwürfe zurück. In der Gruft auf der Wawel-Burg seien Lech Kaczynski und seine Frau beigesetzt worden, teilte die Militärstaatsanwaltschaft mit. «In dieser Frage gibt es keine Zweifel», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Zbigniew Rzepa. Justizminister Krzysztof Kwiatkowski versicherte, die Obduktion sei «im Einklang mit den Vorschriften durchgeführt worden». Jaroslaw Kaczynski ließ unterdessen offen, ob er eine Exhumierung fordern werde.

Bei dem Absturz waren am 10. April außer Kaczynski auch seine Ehefrau sowie 94 andere Delegationsmitglieder ums Leben gekommen. Sie waren auf dem Weg in die Gedenkstätte Katyn, wo der sowjetische Geheimdienst 1940 tausende polnische Offiziere erschossen hatte.

Präsident / Unfälle / Polen / Russland
20.12.2010 · 20:38 Uhr
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