News
 

Kachelmann-Prozess dauert noch länger

Jörg Kachelmann im Auto auf dem Weg zum Landgericht. (Archivbild)Großansicht

Mannheim (dpa) - Der Prozess gegen den Wetterexperten Jörg Kachelmann wird sich voraussichtlich noch länger hinziehen als bislang gedacht. Die zuständige Kammer habe bis Ende März 19 weitere Termine reserviert.

Das sagte eine Sprecherin des Mannheimer Landgerichts am Montag und bestätigte damit Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus». Offiziell seien die Termine bislang aber nicht. In dem Prozess, der bis Anfang Dezember unterbrochen wurde, war bislang der 21. Dezember als letzter Prozesstag vorgesehen.

Kachelmann soll laut Anklage eine 37 Jahre alte Ex-Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Kachelmann weist die Vorwürfe zurück.

Als Grund für die mögliche Verlängerung erklärte die Sprecherin, dass sich die Gutachter noch äußern müssen. Dies sei ein «Kernthema», das am Ende eines Verfahrens anstehe.

Informationen des «Focus», nach denen die Vernehmung neuer Zeugen Grund für die Verlängerung sei, konnte sie zunächst nicht bestätigen. Das Nachrichtenmagazin hatte berichtet, es gebe konkrete Hinweise auf weitere Ex-Partnerinnen Kachelmanns, die sich bisher noch nicht bei den Ermittlungsbehörden gemeldet hätten. Diese Frauen sollten jetzt gesucht werden.

Indessen hat die Berichterstattung über den Prozess erneut zu juristischem Streit geführt: Ein Sprecher des Landgerichts Köln sagte am Montag, Kachelmann-Anwalt Reinhard Birkenstock habe einen Ordnungsgeldantrag gegen «Emma»-Herausgeberin Alice Schwarzer eingereicht. Er wirft Schwarzer vor, sich nicht an eine Unterlassungserklärung gehalten zu haben. Das Landgericht hat über den Antrag noch nicht entschieden. Zurzeit wartet es auf eine Reaktion von Schwarzer.

Schwarzer hatte Birkenstock Mitte Oktober in einem Artikel vorgeworfen, das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer zu diffamieren. So habe er die Frau als Stalkerin bezeichnet. Der Anwalt bestritt dies und versicherte, dass er dies niemals gesagt habe. Daraufhin erließ das Landgericht eine einstweilige Verfügung, in der Alice Schwarzer die Wiederholung dieser Behauptung untersagt wurde. Nach Darstellung Birkenstocks hat sie sich daran aber nicht gehalten.

Prozesse / Kriminalität / Medien
22.11.2010 · 13:10 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
20.11.2017(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen