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Kabinett will Windpark-Bau auf See beflügeln

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Berlin/Hamburg (dpa) - Nach jahrelangem Vorlauf soll der Bau von Windstrom-Anlagen in der tiefen Nord- und Ostsee nun in Gang kommen.

Mit den schon genehmigten 25 Windparks erwartet Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im Jahr 2020 rund 40 Parks, davon 30 in der Nordsee und 10 in der Ostsee, wie das Ministerium am Montag erläuterte. Damit könnten mehr als 12 000 Megawatt Leistung erzeugt oder gut 12 Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.

In diesen zehn Jahren der Installation und Inbetriebnahme der Anlagen sei mit 30 000 neuen Industrie-Jobs an der Küste zu rechnen, sagte der Minister dem «Hamburger Abendblatt» (Montag). Ermöglicht wird dies durch rechtliche Nutzungsregelungen für Windkraftbetreiber im Raumordnungsplan, den das Kabinett an diesem Mittwoch als Verordnung beschließen will. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte bereits 25 Parks genehmigt.

Bisher gibt es aber erst einen: die sechs Windräder von «alpha ventus» vor der Nordsee-Insel Borkum. Bis Ende des Jahres soll der Dauerbetrieb beginnen, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Sechs weitere Windräder sind in diesem Park in Bau.

Bis 2030 sollen die - im Interesse des Tourismus nicht sichtbaren - Windanlagen an der Küste sogar bis 25 000 Megawatt Strom für dann mehr als 25 Millionen Haushalte produzieren. Die Vorhersage des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) ist etwas vorsichtiger. «Bis 2020 erwarten wir 10 000 (statt 12 000) Megawatt installierter Leistung in Nord- und Ostsee», sagte BWE-Präsident Hermann Albers der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Zusammen mit dann 45 000 Megawatt installierter Leistung an Land wird der Anteil des Windstroms am Stromverbrauch von heute rund 7 Prozent auf über 25 Prozent steigen.» Damit könnte der Öko-Anteil am Strom - einschließlich Wasser- und Sonnenkraft sowie Biomasse - von jetzt 15 auf deutlich über 32 Prozent steigen und Atom- und Kohlestrom weiter zurückdrängen.

Von den bisher genehmigten 25 Windparks werden 22 in der Nord- und 3 in der Ostsee stehen. Diese 1800 Windräder hätten eine Gesamtleistung von etwa 8000 Megawatt, sagte Christian Dahmke vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Laut BSH werden derzeit Genehmigungen für 55 weitere Windparks geprüft. Bisher ist eine Fläche aller Windparks von 1000 Quadratkilometern geplant.

Anlass für den ersten deutschen Raumordnungsplan jenseits des zwölf Seemeilen (22 Kilometer) breiten Küstenmeeres ist der Bau von Windrädern in der deutschen «Ausschließlichen Wirtschaftszone» (AWZ). Der Plan gilt zunächst nur für die Nordsee. Im Herbst - also nach der Bundestagswahl - soll die Verordnung auch für die Ostsee festgelegt werden. Der Rechtsrahmen soll Konflikte mit dem Meeresumweltschutz und anderen Nutzungen - etwa durch Schifffahrt, Rohstoffgewinnung, Seekabel und Rohrleitungen oder Fischerei - vermeiden helfen. Außerhalb von Vorranggebieten bleibt der Bau der Windenergieparks grundsätzlich möglich. Nur in den EU-rechtlich geschützten Vogel- und Naturschutz-Gebieten sind Windenergieanlagen unerwünscht.

Die ersten sechs Windkraftanlagen des Offshore-Windpark «alpha ventus» in der Nordsee liefern noch nicht permanent Strom. Dies sagte ein Sprecher von «alpha ventus» am Montag. Bis Ende des Jahres solle die Anlage jedoch in Dauerbetrieb gehen. In der vergangenen Woche wurden nach Angaben des Sprechers die Fundamente für weitere sechs Windräder im Meer versenkt. In den kommenden Tagen soll mit dem Bau der Turmsegmente begonnen werden. Das Testfeld steht 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum und ist der erste betriebene deutsche Offshore-Park.

Bundesregierung / Energie
14.09.2009 · 20:57 Uhr
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