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Juwel Özil: Löw arbeitet am Schliff

Mesut Özil wird von seinen Mitspielern gefeiert.Großansicht
Erasmia/Johannesburg (dpa) - Das Juwel funkelte einmal auf - und ganz Deutschland schwärmte wieder von Mesut «Zauberfuß» Özil.

«Ich bin erst einmal erleichtert», sagte der Jung-Spielmacher der schwarz-rot-goldenen Fußball-Nationalmannschaft nach seinem Traumtor gegen Ghana, das auf der DFB-Trainerbank im «Soccer-City-Stadion» von Johannesburg große Entspannung und auf den Fan-Meilen in der Heimat eine Jubel-Explosion ausgelöst hatte.

Schon in der ersten Hälfte stand Özil vor dem 1:0, doch allein vor Ghanas Keeper Richard Kingson versagten ihm die Nerven. «Nachdem er eine große Chance vergeben hatte, hat er mit aller Entschlossenheit den Ball im Tor versenkt», lobte Joachim Löw den Siegtorschützen.

Der Bundestrainer weiß genau, dass er am Schliff des Diamanten Özil weiter mit Akribie arbeiten muss. Das Talent und die Fähigkeiten des gebürtigen Gelsenkircheners sind unumstritten. Doch auch für den U 21-Europameister ist der Sprung vom Junioren- zum Männerfußballer auf höchster Ebene kein Selbstläufer.

Eine knappe Stunde lang fand der 21-Jährige im Gruppen-Finale nur wenig Bindung zu Spiel und Nebenleuten. «Bei uns hat man in manchen Phasen gemerkt, dass der Druck vorhanden war in einem Spiel mit vielen jungen Spielern, die ihre erste WM spielen», bemerkte Löw. «Die Mannschaft hat mich toll unterstützt, hat gesagt: 'Kopf hoch, den nächsten Ball machst du rein'», berichtete Özil vom Aufbau-Programm nach der verpassten Großchance.

Wie der Matchwinner dann aus 18 Metern den Ball ins Tor zwirbelte, versetzte auch die Kollegen in Entzückung. «Das zeichnet einen Klassespieler wie Mesut aus», erklärte Sami Khedira, der im Sommer des vergangenen Jahres zusammen mit Özil den Junioren-EM-Titel gewonnen hatte. «Ich habe den Ball genommen und gesehen, dass kein Gegenspieler draufgeht. Da hab' ich geschossen - und er ist reingegangen», schilderte der Traumtor-Schütze die Szene. Der Fußball-Weltverband FIFA erklärte Özil daraufhin zum «Mann des Spiels» und übergab eine afrikanische Buschtrommel dafür, die Özil in den Stadion-Katakomben nochmals stolz präsentierte.

Über seine eigene Person und seine Gefühle spricht Özil wenig. Seine Freundin, die ihn schon seit dem ersten Gruppenspiel gegen Australien in Südafrika zur Seite steht, und auch sein Vater geben ihm auch weit entfernt von der Heimat die Geborgenheit, die der Ausnahme-Fußballer einfach braucht. «Dass sie mich so unterstützen, finde ich toll», sagte Özil. Auch die Trainer und die Mannschaft tragen zur nötigen Wohlfühl-Atmosphäre bei. «Wenn seine Entwicklung so weitergeht, hat er das Zeug zu einem ganz großen Fußballer», betonte Routinier Arne Friedrich am Donnerstag im DFB-Quartier und schloss an: «Ich hoffe, er zeigt es schon bei diesem Turnier.»

Dem Achtelfinale gegen England sieht Özil mit Freude und viel Zuversicht entgegen. Vor einem Jahr hatte er einen Treffer zum deutschen 4:0-Endspielsieg bei der U 21-EM über die Engländer beigetragen. «Jetzt kommt ein harter Brocken. A-Nationalmannschaft - das ist etwas ganz anderes. Sie haben viele Weltklasse-Spieler», erklärte Özil. «Aber ich bin davon überzeugt, wenn wir das abrufen, was wir können, dann schlagen wir auch England.»

Fußball / WM / Özil / Deutschland / Ghana
25.06.2010 · 06:50 Uhr
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