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Justizministerin gegen Verbot von Gentests

Sabine Leutheusser-SchnarrenbergerGroßansicht

Berlin (dpa) - Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich gegen ein generelles Verbot von Gentests an Embryonen ausgesprochen. Ein Verbot werde der schwierigen ethischen Konfliktlage nicht gerecht, in der sich Paare befänden, sagte die FDP-Ministerin.

Die Union diskutiert heute (Dienstag) auf ihrem Parteitag in Karlsruhe über das Thema. CDU-Chefin Angela Merkel steht für ein komplettes Verbot. Prominente Unionspolitiker sind dagegen.

Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) können im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor ihrer Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht und aussortiert werden. Für Eltern geht es darum, dass so die Gefahr einer Totgeburt oder die Geburt eines schwer kranken Kindes verhindert werden kann. «Es geht um die Chance auf ein gesundes Leben und eine Beschränkung der PID auf einzelne Ausnahmefälle bei sehr schweren Krankheiten», sagte die Ministerin.

Es gehe nicht um die Frage, ob mit der PID «Designer-Babys» Realität werden, betonte Leutheusser-Schnarrenberger. «Designer-Babys sind eine Fiktion aus amerikanischen Filmen. Designer-Babys wird es auch in Deutschland nicht geben dürfen», sagte sie. Die Ministerin warnte davor, hinter der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zurückzufallen. Dieser hatte die PID im Juli für zulässig erklärt. Nun soll ein Gesetz her, um rechtliche Grauzonen zu beseitigen.

Parteien / CDU / FDP / Gentests
16.11.2010 · 08:42 Uhr
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