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Jury will 14 Jahre Haft für Bin Ladens Koch

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Washington (dpa) - Der ehemalige Koch von Terroristenchef Osama bin Laden muss nach dem Willen einer US-Militärjury 14 Jahre ins Gefängnis.

Das tatsächliche Strafmaß gegen Ibrahim Ahmed Mahmud Al-Qosi falle jedoch wahrscheinlich viel geringer aus, da sich Ankläger und Verteidiger bereits auf eine kürzere Haftzeit geeinigt hätten, berichteten US-Medien am Donnerstag. Wie hoch diese Strafe sei, solle aus Sicherheitsgründen zunächst nicht öffentlich verkündet werden. Der Kompromiss sei nach geheimen Verhandlungen von der zuständigen Militärrichterin akzeptiert worden.

Nach den Regeln gilt für den 50-jährigen Sudanesen die Strafe, die milder ist. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das von der Richterin Nancy Paul gebilligte Strafmaß unter den 14 Jahren Haft liegt, wie der «Miami Herald» (Donnerstag) berichtete. Die höhere Strafe kommt dann auf Al-Qosi zu, wenn er gegen Bedingungen verstößt, die in der Vereinbarung zwischen Anklage und Verteidigung festgelegt sind.

Al-Qosi hatte sich im Juli freiwillig schuldig bekannt. Dies hatte ermöglicht, dass sich beide Seiten auf eine Strafe verständigen. Ein solcher Schritt kann einen Prozess mit oft hohen Kosten vermeiden. Außerdem kommt der Angeklagte meistens deutlich glimpflicher davon. Die zehnköpfige Jury aus Offizieren selbst wurde vor ihren Beratungen nicht über den Inhalt der zuvor getroffenen Übereinkunft informiert.

Al-Qosi ist seit 2002 im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba. Die bisherige Haftzeit von mehr als acht Jahren werde nicht auf seine Strafe angerechnet, hieß es. Arabische Medien hatten dagegen berichtet, er solle der Absprache zufolge noch zwei Jahre festgehalten und dann in seine Heimat Sudan abgeschoben werden. Die Entscheidung darüber solle innerhalb von 60 Tagen veröffentlicht werden.

Das Urteil gegen den 50-Jährigen ist das erste gegen einen Guantánamo-Häftling seit der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama im Januar vergangenen Jahres. Er hatte die umstrittenen Sondertribunale in dem Lager vorübergehend ausgesetzt und erreicht, dass Angeklagte in diesen Verfahren mehr Rechte erhalten als ursprünglich vorgesehen. Die Tribunale waren unter Obamas Vorgänger George W. Bush geschaffen worden.    

Al-Qosi hatte im Juli zugegeben, Ende der 1990er Jahre Osama bin Laden in afghanischen Al-Kaida-Lagern unterstützt zu haben. Er soll Bin Laden auch als Leibwächter und Fahrer gedient haben. 2001 war er in Afghanistan festgenommen worden.

Derweil wurde die Fortsetzung des Sonderprozesses gegen den 23- jährigen Guantánamo-Häftling Omar Khadr erwartet. Am Mittwoch war die Jury-Auswahl abgeschlossen worden. Der gebürtige Kanadier war erst 15, als er in Afghanistan gefangen genommen wurde. Er wird daher auch als «Kindersoldat» bezeichnet, und sein Fall gilt als besonders spektakulär. Khadr wird hauptsächlich beschuldigt, 2002 einen in Afghanistan einen US-Soldaten mit einer Handgranate getötet zu haben.

Terrorismus / USA
12.08.2010 · 15:39 Uhr
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