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Jemens Regierung erklärt kurze Feuerpause

Versorgungskonvoi für Jemeniten, die aus den umkämpften Gebieten geflüchtet sind.Großansicht
Sanaa/Beirut (dpa) - Nach wochenlangen Kämpfen mit schiitischen Rebellen im Nordwesten des Jemens hat die Regierung in Sanaa eine kurze Feuerpause verkündet.

Wie die offizielle Nachrichtenagentur Saba in der Nacht zum Samstag berichtete, sollen die Waffen ab sofort bis zum Abschluss des Festes zum Ende des Fastenmonats Ramadan («Eid al-Fitr») schweigen, das an diesem Sonntag beginnt. Durch die Feuerpause solle eine Versorgung zehntausender Flüchtlinge ermöglicht werden, die in dem Gebiet von Kämpfen eingeschlossen sind. Mehrere internationale Hilfsorganisationen hatten die Regierung angesichts der dramatischen Lage der Flüchtlinge um die Feuerpause gebeten.

Die Regierung machte die Einstellung der Kampfhandlungen jedoch von Zugeständnissen der Rebellen abhängig. So müssten sich die Aufständischen unter anderem aus den von ihnen kontrollierten Gebieten zurückziehen und gefangen genommene Soldaten freilassen. Auch erobertes Kriegsgerät müsse zurückgelassen werden.

Der Generalsekretär der libanesischen Schiiten-Bewegung Hisbollah, Hassan Nasrallah, hatte am Freitagabend in einer Rede zum «Jerusalem Tag» zu einem Waffenstillstand im Jemen aufgerufen. «Die Tür muss geöffnet werden für eine politische Lösung», sagte er. Gleichzeitig betonte er, die Hisbollah wolle sich in diesen innenpolitischen Konflikt nicht einmischen.

Es ist bereits die zweite von der Regierung verkündete Feuerpause seit Beginn einer Offensive gegen die schiitischen Rebellen am 11. August. Die letzte Waffenruhe war Anfang des Monats bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten wieder zusammengebrochen. Anschließend machten sich beide Seiten gegenseitig für das Scheitern verantwortlich. Hunderte Soldaten, Rebellen und Zivilisten kamen bei den Kämpfen der vergangenen Wochen ums Leben. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Schätzungsweise 150 000 Menschen mussten vor der Gewalt fliehen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Freitag an Regierung und Rebellen appelliert, die Kämpfe einzustellen und Hilfsorganisationen den Zugang zu den Flüchtlingen zu ermöglichen. Auch die US-Regierung forderte beide Seiten auf, zumindest für 72 Stunden die Waffen ruhen zu lassen.

In einem am Freitag vom Innenministerium in Sanaa verbreiteten Interview hatte Präsident Ali Abdullah Salih trotz der wachsenden Zahl ziviler Opfer noch die Fortsetzung der Offensive angekündigt. «Die Terroristen, Saboteure und Aufständischen haben alle Friedensofferten ausgeschlagen», sagte er. Die Anhänger von Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi hätten nur ein Ziel: Ein Mitglied ihrer saiditischen Religionsgemeinschaft zum Herrscher des Jemen zu machen, so wie vor der Revolution von 1962.

Konflikte / Jemen
19.09.2009 · 13:29 Uhr
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