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Jemen: Zwei entführte deutsche Kinder frei

Deutsche im Jemen entführtGroßansicht
Riad/Bautzen (dpa) - Zwei im Jemen entführte Mädchen aus Sachsen sind frei. Eine Spezialeinheit aus Saudi-Arabien rettete die beiden Töchter einer vor knapp einem Jahr entführten sächsischen Familie.

Der Sprecher des Innenministeriums in Riad, General Mansur al-Turki, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag: «Wir haben die beiden Mädchen gerettet.» Der Gesundheitszustand der Kinder sei relativ gut. Die kleinen Mädchen befänden sich derzeit in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sollen sie am Mittwoch nach Deutschland zurückkehren.

Das jüngste Kind der Familie aus Meschwitz bei Bautzen ist wahrscheinlich tot. «Wir müssen davon ausgehen, dass Simon nicht mehr lebt», sagte der Schwager des entführten Familienvaters, Reinhard Pötschke, der dpa. «Von den Eltern wissen wir nichts.» Das Auswärtige Amt in Berlin wollte den Tod des kleinen Jungen nicht bestätigen. Man sei weiter dabei, Klarheit über das Schicksal der Entführten zu erhalten, erklärte ein Sprecher.

Die fünfköpfige Familie war am 12. Juni 2009 zusammen mit einem Briten, zwei deutschen Frauen und einer Südkoreanerin in der Provinz Saada entführt worden. Die Ausländer arbeiteten dort in einem Krankenhaus.

Das saudische Sondereinsatzkommando fand die Mädchen am Montagnachmittag in einem jemenitischen Dorf nahe der saudischen Grenze. Aus jemenitischen Stammeskreisen hieß es, über dem Bezirk Shadha in der Provinz Saada seien Apache-Hubschrauber der saudischen Sicherheitskräfte zu sehen gewesen. Die Saudis hätten mehrere Häuser durchsucht. Es seien auch Schüsse gefallen.

Ein Stammesführer sagte, Angehörige der schiitischen Houthi- Rebellen hätten möglicherweise geschossen, als sie die saudischen Einsatzkräfte gesehen hätten. Es habe jedoch kein Gefecht stattgefunden. General Al-Turki betonte, es habe sich um eine «Rettungsaktion» gehandelt, keine «Befreiungsaktion».

Die neuen Informationen, die dabei gewonnen worden seien, würden nun genutzt, um das Schicksal der restlichen Geiseln aufzuklären. Vermisst werden noch die Eltern der Mädchen, ihr jüngerer Bruder und ein Brite, der zusammen mit ihnen im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden waren.

Die jemenitische Regierung hatte den Houthi-Rebellen die Schuld für die Entführung gegeben. Die Führung der Rebellen hat jedoch jede Beteiligung an dem Verbrechen bestritten. Mehrere Wochen nach der Entführung waren Videoaufnahmen aufgetaucht, auf denen die drei Kinder zu sehen waren: Der kleine Junge, der auf den Aufnahmen erschöpft gewirkt haben soll, war damals rund ein Jahr alt. Seine beiden Schwestern waren zu diesem Zeitpunkt drei und fünf Jahre alt.

Konflikte / Entführungen / Jemen / Deutschland
18.05.2010 · 12:02 Uhr
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