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Jeder siebte Bus fällt beim TÜV durch

Besonders oft gibt die Beleuchtung Anlass zur Sorge: Fast in jedem fünften Bus war diese defekt. Archivfoto: Frank RumpenhorstGroßansicht

Berlin (dpa) - Kaputte Scheinwerfer, poröse Achsen, schlechte Bremsen: Trotz häufiger Kontrollen fällt jeder siebte Bus bei der Hauptuntersuchung zunächst durch. An rund 14 Prozent der Fahrzeuge werden schwerwiegende Mängel entdeckt.

Das ist das Ergebnis eines Berichts zur Sicherheit von Reise- und Linienbussen, den der TÜV am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Vor allem ältere Busse geben demnach Anlass zur Sorge, und nur gut die Hälfte der Fahrzeuge ist in einwandfreiem Zustand. Für den Bericht wertete der TÜV mehr als 50 000 Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2009 und 2010 aus.

Im Vergleich zum Vorjahres-Report stieg der Anteil erheblicher Mängel leicht an - damals war einer von acht Bussen durchgefallen. Ältere Fahrzeuge beanstandeten die Experten besonders oft: Knapp 27 Prozent der 20 Jahre alten Busse hatten erhebliche Mängel. «Das ist eine hohe Quote, vor allem, wenn man die Prüfdichte beachtet», sagte Klaus Brüggemann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV. Busse müssen jedes Jahr zur Hauptuntersuchung und viermal jährlich zu einer Sicherheitsüberprüfung. Der TÜV forderte die Busunternehmen deshalb auf, die Fahrzeuge regelmäßig zu warten.

Vor allem die Lichtanlage ist oft in schlechtem Zustand: Bei fast jedem fünften Fahrzeug war sie teilweise defekt. «Das ist ein Indiz dafür, dass der vorgeschriebene Sicherheitscheck vor der Abfahrt nicht ernst genommen wird», sagte Brüggemann. Daneben gehören Schäden am Motor und an den Achsen sowie Rost an tragenden Teilen zu den häufigsten Mängeln. Bei vier Prozent aller Busse waren die Bremsen nicht einwandfrei. Nur geringe Defekte wurden an rund 30 Prozent der Busse gefunden, mängelfrei waren mit 55 Prozent etwa die Hälfte.

«Busse sind mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel auf der Straße», sagte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, Bastian Roet. Er wies darauf hin, dass nur 0,2 Prozent der Busse als verkehrsunsicher stillgelegt wurden - alle anderen hätten nach Reparaturen ihre neue TÜV-Plakette erhalten.

Unter den 3648 Verkehrstoten im vergangenen Jahr waren laut Statistischem Bundesamt lediglich 32 Businsassen. «Statistisch ist das Risiko, in einem Auto zu verunglücken, um ein Vielfaches höher», sagte auch Klaus Brüggemann.

Allerdings sei die Zahl der Toten und Verletzten bei einem Busunglück häufig sehr hoch. So starben im November 2008 bei Hannover 20 Menschen, als ein Reisebus infolge eines technischen Defektes in Flammen aufging. Für die 5,5 Milliarden Passagiere pro Jahr müsse deshalb Sicherheit an erster Stelle stehen, sagte Brüggemann.

Verkehr / Sicherheit
26.10.2011 · 15:05 Uhr
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