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Jeder Fünfte kommt nicht zum Integrationskurs

Nürnberg (dpa) - Jeder fünfte zur Teilnahme verpflichtete Migrant erscheint zunächst nicht zum Integrationskurs - zumeist aus guten Gründen:

«Zum Beispiel wegen Betreuung von Familienangehörigen, Schwangerschaft, einer schweren Krankheit oder auch Arbeitsaufnahme», sagte die Sprecherin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Rochsana Soraya, am Dienstag in Nürnberg. «In einzelnen Fällen kann es auch an mangelnder Motivation liegen.»

Nach Angaben des Bundesamtes brechen insgesamt zehn Prozent der verpflichteten Migranten den Kurs ab, weitere 20 Prozent treten zunächst nicht an. Viele von ihnen holten die Kurse aber zu einem späteren Zeitpunkt nach, betonte Soraya. «Es ist keinesfalls so, dass jeder Fünfte nicht in den Integrationskurs geht.»

Den Angaben zufolge besuchen 60 Prozent der derzeit 140 000 Teilnehmer die Integrationskurse freiwillig, 40 Prozent werden von einem Träger der Grundsicherung («Hartz IV») oder den Ausländerbehörden dazu verpflichtet. Statistisch erfasst wurden bislang nur die rund 46 000 Menschen, die zwischen Januar 2008 und April 2010 von den Grundsicherungsträgern zu einem Kurs geschickt wurden. Künftig soll auch das Verhalten derjenigen ausgewertet werden, die wegen einer Anordnung der Ausländerbehörden zum Kurs kommen.

Die Integrationskurse beinhalten 600 Sprach- und 45 Orientierungsstunden, die in verschiedenen Modulen zusammengefasst sind. Von den Kosten von 2,35 Euro pro Stunde zahlen die Teilnehmer in der Regel 1,00 Euro selbst.

Migration / Integration
19.10.2010 · 15:09 Uhr
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