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Japans Kaiser ruft Volk zum Durchhalten auf

Kaiser AkihitoGroßansicht

Tokio (dpa) - Seine Auftritte sind äußerst selten: Kaiser Akihito (77) hat die Japaner nach Erdbeben und Tsunami zum Durchhalten aufgerufen. Der Tenno wandte sich in einer Videobotschaft, die mehrere Fernsehsender am Mittwoch ausstrahlten, erstmals seit der Naturkatastrophe vom Freitag an sein Volk.

«Ich hoffe aufrichtig, dass die Menschen diese schreckliche Zeit überstehen, indem sie sich gegenseitig helfen», sagte der Kaiser.

Den Opfern des Erdbebens und des Tsunamis sprach der Kaiser sein Beileid aus. «Ich bete für die Sicherheit so vieler Menschen wie möglich», sagte Akihito. Er sei sehr besorgt wegen der Ereignisse seit Freitag. «Das war nicht vorhersehbar.» Das Beben habe ein nie dagewesenes Ausmaß gehabt. Zur Lage im havarierten Atomkraftwerk Fukushima sagte der Kaiser, er hoffe innigst, dass die Anstrengungen aller Beteiligten noch Schlimmeres abwenden können.

Akihito, der im Jahr 1989 nach dem Tod seines Vaters Hirohito den Kaiser-Thron bestieg, hielt seine etwa sechsminütige Ansprache ruhig und gefasst. Der Kaiser saß im dunkelgrauen Anzug in klassisch-japanischem Ambiente: helles Holz und eine Wand in Reispapier-Optik.

Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, es sei ein Herzenswunsch des Kaisers und der Kaiserin Michiko gewesen, sich direkt an das Volk zu wenden.

«Ich bin sehr bewegt von der Tapferkeit der Überlebenden, die weiterkämpfen in dieser riesigen Katastrophe.» Er fügte hinzu: «Ich hoffe, dass die Betroffenen des Erdbebens nicht aufgeben.» Er rief alle Bürger auf, Mitgefühl mit den Betroffenen zu zeigen.

Der Kaiser dankte allen Einsatzkräften: dem Militär, der Küstenwache, der Polizei, der Feuerwehr und den Helfern aus dem In- und Ausland. Das Kaiserpaar hat nach Angaben des Hofs Hilfsgelder in die besonders stark betroffenen Regionen geschickt.

Aus Solidarität mit dem Volk verzichten der Tenno und seine Frau jeden Tag in ihrem Palast zwei Stunden lang freiwillig auf Strom. Das habe der Hof berichtet, schrieb die Nachrichtenagentur Kyodo. Das Kaiserliche Paar wolle das Leid seines Volkes teilen, das nach den Katastrophen und den Schäden an Atomkraftwerken mit Rationierungen bei der Elektrizität leben muss.

Erdbeben / Atom / Monarchie / Japan
16.03.2011 · 14:10 Uhr
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