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Japan und China reden wieder - Streit bleibt

Japanisch-chinesisches Streitobjekt: Eine der Senkaku-Inseln nordöstlich von Taiwan.

Brüssel (dpa) - Japan und China reden nach einem heftigen Streit um Inseln in einem umstrittenen Seegebiet nordöstlich von Taiwan wieder miteinander.

Die Regierungschefs beider Staaten, Naoto Kan und Wen Jiabao, beschlossen in der Nacht zum Dienstag am Rande des ASEM-Gipfels in Brüssel, künftig «auf hoher Ebene» wieder miteinander zu sprechen, wenn dies notwendig sei. Zudem sollten die nach dem Seezwischenfall auf Eis gelegten privaten und geschäftlichen Kontakte wieder aufgenommen werden.

Das Ende der einmonatigen diplomatischen Eiszeit zwischen Peking und Tokio bedeutet jedoch kein Ende des Streits. Sowohl der Japaner Kan als auch der Chinese Wen bekräftigten, die Inselgruppe gehöre zu ihrem Land. «Beide waren sich aber auch einig, dass die derzeitige Situation nicht wünschenswert ist», sagte ein Sprecher des japanischen Außenministeriums am Dienstag in Brüssel. «Und beide Seiten können sich bemühen, die Beziehungen wieder auf ein normales Niveau zu bringen.»

Die japanische Küstenwache hatte am 7. September in dem Seegebiet um die Inseln, die auf Japanisch Senkaku und auf Chinesisch Diaoyu heißen, ein chinesisches Fischerboot aufgebracht. Dabei war es zu einer Kollision gekommen. Daraufhin war der Kapitän festgenommen und am 24. September wieder freigelassen worden. Dies führte zu der seit Jahren schwersten Belastung der Beziehungen zwischen beiden Staaten.

«Wenn China auf seinen territorialen Ansprüchen beharrt, dann bleibt die Frage auf dem Tisch», sagte der Sprecher zum weiteren Vorgehen Japans. «Und wir müssen dann sehen, wie wir mit dieser Frage umgehen. Im Moment wissen wir das noch nicht.» Japans Position sei klar: «Die Senkaku-Inseln gehören eindeutig zu Japan.»    

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Ma Zhaoxu, bekräftigte nach dem Treffen Wens mit Kan den chinesischen Anspruch auf die Inseln. «China möchte noch einmal betonen, dass die Diaoyu- Inseln und die benachbarten Inseln seit urdenklichen Zeiten chinesisches Territorium sind», hieß es in einer Erklärung. Die Anwendung japanischen Rechts in dem Seegebiet sei «absurd, illegal und ungültig». «Wir hoffen, dass Japan mit China im Interesse der beiderseitigen Beziehungen zusammenarbeitet.»    

Das Gespräch zwischen Kan und Wen nach einem offiziellen Abendessen des ASEM-Gipfels dauerte 25 Minuten. Es habe sich in einer Ecke auf dem Flur «ganz natürlich ergeben», sagte der japanische Sprecher. Für weitere Gespräche zwischen den beiden Regierungschefs gebe es immer wieder Gelegenheiten. Die nächste biete sich Ende Oktober beim Ostasien-Gipfel in Hanoi.

EU / ASEM / Gipfel / Japan / China
05.10.2010 · 13:42 Uhr
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