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Jamaika: Kampf um Gangsterhochburg in Kingston

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Kingston (dpa) - Beim Versuch, das von Kriminellen abgeriegelte Stadtviertel Tivoli Gardens in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston zu stürmen, ist am Montag ein Soldat getötet worden. Wie die lokale Presse am Abend berichtete, wurden zudem mehrere Polizisten und Soldaten verletzt.

Damit sind seit der Verhängung des Ausnahmezustandes am Sonntag bei den blutigen Zusammenstößen mindestens drei Menschen ums Lebens gekommen.

Starke Armee- und Polizeieinheiten begannen am Montag mit der Erstürmung des Stadtviertels Tivoli Gardens, in dem sich der mutmaßliche Gangsterboss Christopher «Dudus» Coke (41) verschanzt hat. Wie lokale Medien am Montagnachmittag (Ortszeit) berichteten, waren in den Straßen des Viertels schwere Explosionen zu hören und Rauchschwaden zu sehen. Der Ausbruch der Gewalt hatte sich Ende der vergangenen Woche an der Entscheidung der Regierung entzündet, Coke, einen gesuchten Drogenboss, an die USA auszuliefern.

Cokes Anhänger versperrten die Zufahrten zu Tivoli Gardens unweit des Stadtzentrums mit Barrikaden. Bei den Zusammenstößen am Sonntag waren zwei Polizisten getötet und mehrere verletzt worden. Cokes «Anhänger» verschanzten sich auch am Montag unter anderem auf den Dächern der Häuser des Viertels und beschossen die angreifenden Sicherheitskräfte.

Premierminister Bruce Golding, sagte den Banden den Kampf an und verhängte in der Hauptstadt einen für einen Monat geltenden Ausnahmezustand. Inzwischen griffen die Unruhen auch auf die zur Metropolenregion zählenden Stadt Spanish Town über, wo am Morgen die Polizeiwache beschossen wurde. Auch aus anderen Stadtteilen wurden Schießereien gemeldet.

Innere Sicherheit / Kriminalität / Jamaika
25.05.2010 · 08:06 Uhr
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