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Jahn bleibt bei Versetzung belasteter Mitarbeiter

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Dresden (dpa) - Der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, hält trotz Kritik am Ziel fest, belastete Mitarbeiter seines Hauses in andere Bundesbehörden zu versetzen.

Einige Betroffene hätten bereits einen Wechsel bei entsprechenden Angeboten zugesagt, sagte Jahn am Dienstag bei einem Besuch in der Dresdner Außenstelle seiner Behörde. Allerdings dürfe das keine Tätigkeit sein, die mit der Aufarbeitung der Stasi zu tun habe. Opfer empfänden es als Schlag ins Gesicht, wenn Ex-Stasi-Offiziere sie beim Besuch der Unterlagenbehörde am Empfang begrüßten. «Dieses Empfinden muss man ernst nehmen.»

Jahn war mit dem Plan, frühere Stasi-Mitarbeiter aus seiner Behörde entfernen zu wollen, in die Kritik geraten. Die Auseinandersetzung bringe ihn aber nicht aus der Ruhe, sagte er. Für ihn habe die Lösung dieses Problems keine Priorität, sie sei nur ein Teil seiner Arbeit. Es gehe um die Glaubwürdigkeit der Behörde.

Jahn zufolge sind 47 Mitarbeiter betroffen. Der Großteil von ihnen habe früher beim Personen- und Objektschutz der Stasi gearbeitet - «hauptamtliche Mitarbeiter, die es sich zum Beruf gemacht haben, für den Unterdrückungsapparat, für die Repressionsmaschine zu arbeiten». Heute seien sie in der Behörde beispielsweise am Empfang, aber auch als Sachbearbeiter und im Archiv tätig. Der Großteil von ihnen arbeite in Berlin, der geringere Teil in Außenstellen. Derzeit liefen «konkrete Gespräche» im Bundeskanzleramt. Details wollte Jahn nicht nennen.

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Geschichte / Stasi / Behörden
10.05.2011 · 15:28 Uhr
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