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Italien: Paketbombe an Regierungschef Berlusconi geschickt

Bologna/Athen (dts) - Nach dem Bombenfund im Bundeskanzleramt und der Serie von Anschlägen in Athen ist am Dienstabend auch eine an Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi adressierte Paketbombe entdeckt worden. Beim Öffnen durch Sprengstoffexperten fing das Paket Feuer. Verletzt wurde jedoch niemand.

Die Frachtmaschine aus Athen mit dem verdächtigen Päckchen musste zuvor außerplanmäßig in Bologna landen. Es ist der letzte Zwischenfall in einer Reihe von Paketbomben, die in den vergangenen Tagen an politische Institutionen in ganz Europa adressiert und abgeschickt wurden. Dazu zählen das Bundeskanzleramt, Sarkozys Elysséepalast, in Griechenlands Hauptstadt Athen die Botschaften der Länder Chile, Schweiz, Bulgarien, Russland, Mexikos, Belgiens, Niederlande und Deutschland. Ebenso waren europäische Ämter Objekt der Attentäter: Das Europäische Polizeiamt Europol mit Sitz in Den Haag und der Europäische Gerichtshof EuGH in Luxemburg. Generell hatten bisher alle Pakete keine große Sprengkraft, wie in Italien und der Schweizer Botschaft fingen die Pakete nach dem Öffnen leicht Feuer. Bisher wurde bei allen Zwischenfällen mit Paketbomben Medienberichten zufolge niemand verletzt. Als Konsequenz hat Griechenland die Ausfuhr von Paketen seit Mitternacht für 48 Stunden gestoppt. Es sollen alle Pakete kontrolliert werden, die aktuell im Athener Flughafen sind. Die griechische Polizei veröffentlichte im Zuge der Ermittlungen fünf Fotos von mutmaßlichen Mitgliedern der Organisation "Konspiration der Zellen des Feuers". Die Gesuchten sind Männer im Alter zwischen 21 und 30 Jahren. Die griechische Polizei hatte am Vortag zwei mutmaßliche Mitglieder der Autonomen-Organisation festgenommen, die eine Paketbombe an Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy sowie Schusswaffen bei sich hatten. Seit dem Fund von zwei Paketbomben in Flugzeugen aus dem Jemen mit Ziel USA sind die Sicherheitsbehörden weltweit alarmiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich für weltweit einheitliche Sicherheitsbestimmungen in der Luftfracht aus, um Terroranschlägen vorzubeugen. Beobachter vermuten, dass die Anschlagsserie in Zusammenhang mit den anstehenden Kommunalwahlen in Griechenland steht.
Italien / Griechenland / Terrorismus
03.11.2010 · 09:45 Uhr
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