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Israels Ministerpräsident sieht keine Auswirkung von Sanktionen auf iranisches Atomprogramm

Jerusalem (dts) - Die Sanktionen der Europäischen Union und der USA haben nach Ansicht von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bisher keinerlei Auswirkungen auf das iranische Atomprogramm. "Das iranische Atomprogramm hat sich um keinen Millimeter verlangsamt", sagte Netanjahu im Interview mit der Bild-Zeitung (Dienstagausgabe). "Trotz all der Druckmittel, die angewandt wurden. Nichts ist geschehen."

Netanjahus Kritik richtet sich vor allem gegen die Forderungen, die im Rahmen der Atom-Verhandlungen an den Iran gestellt werden. Der schwierigste Teil beim Bau einer Atombombe bestehe darin, so Netanjahu, "die Bombe mit Sprengstoff zu füllen, in diesem Fall mit spaltbarem Material. Es ist sehr schwer und dauert lange, dieses spaltbare Material herzustellen. Entscheidend dabei ist, für diesen atomaren Sprengstoff Uran in einem niedrigen Prozentbereich anzureichern. Das ist Iran bereits gelungen." Es sei für den Iran nun deutlich leichter, das Uran zu einem höheren Grad anzureichern, so Netanjahu. "Und nun wird vom Iran nicht etwa gefordert, die Gefäße nicht weiter zu füllen", sagte der israelische Ministerpräsident der Zeitung. "Es wird nicht gefordert, die Anreicherung komplett zu stoppen oder das bereits angereicherte Material herauszugeben. Es wird nicht einmal gefordert, ihren unterirdischen Atomanlagen-Bunker in Ghom aufzugeben. Iran wird lediglich aufgefordert, die niedrige 20-Prozent-Anreicherung von Uran aufzugeben." Diese Forderung halte das iranische Atomprogramm nach Netanjahus Einschätzung "in keinster Weise" auf. "Im Gegenteil", so Netanjahu "es ermöglicht ihnen, ihr Programm voranzutreiben."
Israel / Iran / Weltpolitik
05.06.2012 · 00:00 Uhr
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