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Israel ist bei Flughafensicherheit Spitze

Israels Flughafen Ben GurionGroßansicht
Tel Aviv (dpa) - Israels internationaler Flughafen Ben Gurion gilt als einer der sichersten in der Welt - auch wenn in der Regel keine umstrittenen Körperscanner Passagiere bis auf die Haut durchleuchten.

Während in Deutschland über das Für und Wider der sogenannten Nackt-Scanner diskutiert wird, hat Israel als Folge von Anschlägen und Flugzeugentführungen bereits seit langem sein eigenes ausgefeiltes Sicherheitssystem eingeführt. Die Philosophie: Anschläge werden von Menschen verübt, die gefunden und gestoppt werden können. Die Methode: Ein Sicherheitssystem, das wie eine Zwiebel mehrere Schichten hat.

«Ben Gurion ist mit Sicherheit einer der sichersten Flughäfen in der Welt», sagt eine Airport-Sprecherin. Auf die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis sowie den Einsatz von in Deutschland umstrittenen Körperscannern antwortet sie schmallippig: «Wir geben keinerlei Informationen über unsere Sicherheitsprozeduren und Methoden».

Einen Teil dieser Methoden erlebt jeder Reisende am eigenen Leib. Die erste Kontrolle beginnt bereits an der Zufahrt zum Flughafen. Bewaffnete Sicherheitskräfte schauen in jedes Fahrzeug und fragen Fahrer oder Reisenden, wo er herkommt und wohin er möchte. Sie inspizieren bei verdächtigen Fahrzeugen den Kofferraum. Terrorkommandos oder Autobomben sollen damit bereits Kilometer vor dem Terminal abgefangen werden. Auch vor der Ankunfts- und Abflugshalle stehen bewaffnete Sicherheitskräfte, die aus einer Masse von Menschen gezielt einzelne Passagiere anhalten und befragen.

Bevor jeder Reisende sein Gepäck aufgibt und die Bordkarte erhält, muss er eine Befragung über sich ergehen lassen. Trainierte Sicherheitskräfte wollen beispielsweise wissen, wer den Koffer gepackt oder ob eine dritte Person Geschenke mitgegeben hat. Ein solches «Geschenk» könnte beispielsweise, wie in einem Fall von 1986, eine Bombe sein.

Nach dieser Befragung werden die Koffer oder Reisetaschen durchleuchtet. Danach prüft Sicherheitspersonal in der Regel noch einmal eigenhändig das Gepäck von Ausländern. Hat man seine Koffer endlich aufgegeben, folgt in einer weiteren Halle der nächste Sicherheitscheck - das Handgepäck. Danach passiert jeder Reisende einen Personenscanner, wie er auch in Deutschland üblich ist. Ob bei Verdächtigen noch andere Scanner eingesetzt werden, wollte die Flughafensprecherin nicht sagen. Aus Diskussionsforen im Internet lässt sich schlussfolgern, dass Israel auf alles vorbereitet ist.

Eine Sicherheitspanne wie sie dem vereitelten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine am 1. Weihnachtsfeiertag in Detroit vorangegangen ist, ist in Israel eigentlich unvorstellbar. Über das «Erfolgsgeheimnis» hat die Tageszeitung «Jerusalem Post» mit einem Mann gesprochen, der seit rund 30 Jahren im Sicherheitsdienst des Flughafens arbeitet. «Die Leute glauben, dass Profiling altmodisch ist und in die Privatsphäre eingreift, aber es rettet die Lage», sagt er. «Ein Mann mit dem Namen Umar, der von Tel Aviv abfliegt, wird sieben Mal kontrolliert, egal ob er Brite oder Amerikaner ist», sagt er unter Anspielung auf den aus Nigeria stammenden Detroit-Attentäter Umar Farouk Abdulmuttalab.

Beim sogenannten «Profiling» beobachten Sicherheitskräfte jeden Passagier. Sie schauen, wie in Tel Aviv üblich, in die Augen und fragen freundlich nach Reiseplänen. Dabei prüfen sie Mimik und Gestik des Reisenden. Widersprüchliche Aussagen sowie ungewöhnliches, ängstliches oder aggressives Verhalten machen diesen ebenso verdächtig wie schwitzen oder ausweichen des Blickkontaktes.

Rund 11,5 Millionen Passagiere sind 2008 auf dem Ben-Gurion-Flughafen abgefertigt worden - rund ein Fünftel des Passagieraufkommens auf dem Frankfurter Flughafen. Das höhere Maß an Sicherheit hat allerdings seinen Preis. Passagiere müssen genug Zeit mitbringen. Reiseveranstalter empfehlen, dass man zwei bis drei Stunden vor Abflug am Flughafen eintrifft.

Terrorismus / Luftverkehr / Israel / Jemen / USA
04.01.2010 · 22:42 Uhr
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