News
 

Israel baut weiter in Ostjerusalem

Das neue Bauvorhaben in Ostjerusalem steht den Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern im Weg. (Archivbild)Großansicht

Jerusalem (dpa) - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat trotz aller internationalen Kritik die Ausschreibung von rund 240 neuen Wohnungen in Ostjerusalem gebilligt. Die Pläne seien vorab mit der US-Regierung abgesprochen worden, berichtete der israelische Rundfunk am Freitag.

Die USA hätten zwar protestiert, aber keine «drastischen Maßnahmen» ergriffen. Nach diesen Angaben ist es die erste Ausschreibung in Ostjerusalem seit mehr als zehn Monaten.

Die Palästinenserführung protestierte. Für Netanjahu seien Siedlungen offenbar wichtiger als Frieden, sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat am Freitag in Jericho im Westjordanland. Netanjahu nutze weiterhin jede sich bietende Gelegenheit, die Gründung eines souveränen Palästinenserstaates zu verhindern.

«Mit den Ausschreibungen im besetzten Palästinensergebiet hat Netanjahu einmal mehr demonstriert, warum es derzeit keine Verhandlungen gibt», sagte Erekat. Die Palästinenserführung verlangt von Israel, dass während der Friedensverhandlungen keine israelischen Siedlungen im Westjordanland und in Ostjerusalem ausgebaut werden. Ein befristeter Baustopp Israels war vor drei Wochen abgelaufen. Seitdem bemühen sich die USA und die Europäische Union, Israel von einem neuen Moratorium zu überzeugen.

Das Wohnungsbauministerium hat den Angaben zufolge die Ausschreibung von insgesamt 238 Wohnungen in den Siedlungen Ramot und Pisgat Zeev veröffentlicht. Ursprünglich seien 600 Wohnungen geplant gewesen, berichtete die Tageszeitung «Jediot Achronot». Die US-Regierung habe Netanjahu in den vergangenen Monaten mehrfach gebeten, die Ausschreibung auf Eis zu legen.

Mit jeweils mehr als 40 000 Einwohnern gehören Ramot und Pisgat Zeev zu den größten «Vororten» von Jerusalem. Israel hatte das ehemals arabische Land während des Sechstagekrieges von 1967 besetzt und später dem eigenen Staatsgebiet einverleibt. Die Israelis sprechen deshalb von Vororten. Die Palästinenser, aber auch die Europäische Union und die US-Regierung nennen die Gebiete Siedlungen. Israel will beide Stadtteile im Zuge einer künftigen Friedensvereinbarung mit den Palästinensern behalten.

Konflikte / Nahost
15.10.2010 · 13:50 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

Weitere Themen

 
 
Adiceltic - Großer Anbietervergleich zum Geld verdienen